Die nächste Ausbaustufe des Grünen Passes kam nun doch schneller, als vom Gesundheitsministerium erwartet: Schon seit Sonntag kann man neben Zertifikaten über Corona-Tests und die Genesung von einer Covid-19-Infektion über gesundheit.gv.at auch Impfnachweise mit EU-konformen QR-Codes erstellen und abrufen. Allerdings könne es wegen der vielen Zugriffe auf die Plattform teilweise zu Verzögerungen kommen, betonte eine Sprecherin des Ministeriums.

Noch am Samstag war man im Ressort von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) davon ausgegangen, dass der Vollbetrieb mit kommender Woche starten wird. Nun sei die Umstellung doch schneller gegangen als erhofft, so die Sprecherin.

Die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Katharina Reich, erläuterte im Interview mit dem Ö1-"Morgenjournal" das Prozedere, wie man zum Grünen Pass kommt. Eine Variante ist, sich online über gesundheit.gv.at mit seiner Handysignatur einzuloggen, das Zertifikat abzuspeichern oder auszudrucken. Als Zusatzservice sollen laut Gesundheitsministerium all jene, die bis Ende Juni vollimmunisiert sind, per Post einen Ausdruck des Impfnachweises erhalten. Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, sich die Nachweise über die Corona-Schutzimpfung in Apotheken oder bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ausdrucken zu lassen. Pro Quartal ist das höchstens drei Mal kostenlos möglich.

Fehler bei Daten korrigierbar

Sollten sich bei den Daten Fehler eingeschlichen haben, etwa ein falsches Geburtsdatum, rät Reich, sich an die Elga GmbH zu wenden, um die Daten korrigieren zu lassen (https://www.elga.gv.at/e-impfpass/faq-zum-e-impfpass/). All diese Daten seien im Übrigen geschützt: Dritte haben keinen Zugriff auf die Informationen in der Datenbank des elektronischen Impfpasses, sondern können nur den QR-Code auslesen.

Welche Grundregelungen bei der Einreise in andere EU-Länder gelten, ist unterschiedlich: "In vielen Ländern ist auch der Zweitstich erforderlich, das ist leider so", sagte Reich. Die Informationen, was aktuell gilt, müssen beim Zielreiseland eruiert werden.

Für die Rückreise muss man ein Einreiseformular ausfüllen (https://entry.ptc.gv.at/). "Sofern ich kein Impfzertifikat habe, muss zusätzlich ein negativer Test mitgenommen werden", ergänzt Reich. Möglich ist die Rückreise jedenfalls, denn: "Ein Österreicher darf immer auch wieder in sein Heimatland zurückreisen."

Leichteres Reisen in Europa

Das Reisen innerhalb Europas wird jedenfalls wieder leichter. Viele Länder haben wie Österreich zuletzt ihre Einreisebeschränkungen gelockert. In den meisten europäischen Ländern ist bei der Einreise ein negativer Corona-Test vorzuweisen. Dabei gibt es zahlreiche unterschiedliche Vorgaben über die Art des Tests - ob etwa nur PCR-Tests der auch Antigen-Tests zugelassen sind - und die Dauer deren Gültigkeit. Zusätzlich ist in vielen Ländern eine Registrierung vor Antritt der Reise verpflichtend. Nur in wenigen Ländern gilt nach wie vor eine zusätzliche Quarantänepflicht nach der Einreise oder sind touristische Einreisen gänzlich untersagt.

In einigen Ländern sind vollständig geimpfte Personen mit einem entsprechenden Nachweis von den geltenden Auflagen befreit. Diese sind: Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Griechenland, Island, Kosovo, Kroatien, Litauen, Montenegro, Polen, Slowakei, Zypern und auf den portugiesischen Azoren sowie auf Madeira.

Die Regelungen bei der Rückkehr nach Österreich wurden ebenfalls gelockert. Getestete, Geimpfte und Genesene können aus den meisten europäischen Ländern nun quarantänefrei einreisen. Eine Quarantänepflicht gilt nur noch bei der Einreise aus Großbritannien, Russland, Ukraine, Belarus (Weißrussland), der Republik Moldau, der Türkei, Serbien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Albanien - Geimpfte und Genesene auch hier ausgenommen. (mad, temp)