Der Coronacluster rund um den Ibiza-U-Ausschuss im Parlament ist mit Stand Donnerstag auf neun Infizierte angewachsen, darunter die Abgeordneten Christian Hafenecker (FPÖ), Stephanie Krisper (Neos) und David Stögmüller (Grüne). Sie sind in Quarantäne und konnten auch an der Plenarsitzung nicht teilnehmen. Dazu kommen bisher mittlerweile 30 enge Kontakte ("Kategorie 1") der Infizierten, die ebenfalls isoliert wurden.

Da es sich um die Delta-Variante handelt, wie Hafenecker am Donnerstag bestätigte, gelten strengere Regelungen für das Contact tracing. Grundsätzlich gilt als Kategorie-1 (K1), wer ohne Maske länger als 15 Minuten und in einer Entfernung unter zwei Metern mit einem Infizierten in Kontakt war. Aufgrund der Aerosol-Übertragung kann die Gesundheitsbehörde eine solche Einstufung aussprechen, wenn ohne Maske Menschen in einem Innenraum zusammen waren und dort länger und lauter gesprochen, gesungen oder stark geatmet wurde (Sport). Bei Geimpften und Genesenen aber kann trotz engem Kontakt auf K2 herabgestuft werden. Der Unterschied ist bedeutsam: Für K1-Kontakte gilt Quarantäne, für K2 nicht.

In der Richtlinie des Gesundheitsministeriums ist aber explizit angeführt: "Bei Verdacht auf Delta-Variante ist bei teilimmunisierten Personen von einer Herabstufung abzusehen." Doch auch Vollimmunisierte ursprüngliche K1-Kontakte müssen nach Herabstufung außerhalb des eigenen Wohnbereichs eine FFP-2-Maske tragen.

Insgesamt ergab das Contact tracing, dass bei dem Cluster, der seinen Ausgang womöglich im Ibiza-U-Ausschuss bzw. einem Umtrunk im Anschluss an die Befragungen am Donnerstag nahm, 339 Personen in Kontakt mit Infizierten waren. Die meisten sind allerdings als K2-Kontakte eingestuft. Die große Zahl der K2-Kontaktpersonen ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Grünen-Abgeordnete Stögmüller im Contact Tracing alle 230 Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Landesversammlung der oberösterreichischen Grünen vom vergangenen Freitag als Kontakte angegeben hat, wie es im Ö1-"Morgenjournal" hieß. (red.)