Die Corona-Fallzahlen sind weiterhin stark im Steigen begriffen. Derzeit verdoppelt sich die Sieben-Tages-Inzidenz fast jede Woche, am Montag lag sie bei 24,5. Durch Maßnahmen, die am 22. Juli in Kraft treten, will die Bundesregierung vor allem dieses rasante Wachstum einbremsen. Dabei steht vor allem die Nachtgastronomie im Fokus. In Clubs und Diskotheken gibt es am Donnerstag nur Einlass, wenn die Gäste entweder geimpft sind oder ein negatives PCR-Ergebnis aufweisen können. Der bei asymptomatischen Personen unsichere Antigentest zählt nicht mehr.

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) traf am Montag mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen zusammen, um das Staatsoberhaupt über die aktuelle Corona-Lage zu informieren. "Aktuelle Prognosen gehen von einem deutlichen Anstieg der Zahlen aus - wir haben dies im Blick und werden die notwendigen Schutzmaßnahmen setzen. Bleiben wir sicher", schrieb Mückstein auf Twitter.

Zuvor haben der Gesundheitsminister und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) angekündigt, dass es künftig schärfere Kontrollen in der Gastronomie geben soll, konkret zur Einhaltung der 3G-Regeln (getestet, geimpft, genesen). Speziell im Bereich der Nachtgastronomie sei es zuletzt zu mehr Corona-Infektionen gekommen, sagten die Minister. Die Behörden können künftig auch schneller ahnden, da die Exekutive nun auch Organmandate ausstellen kann.

90 Euro ohne 3G-Nachweis

Die fehlende Bereithaltung eines Nachweises einer "geringen epidemiologischen Gefahr", wie es in der Verordnung heißt, kostet demnach künftig 90 Euro. Der Strafrahmen bei Verwaltungsstrafen liegt für Gäste wie bisher bei 500, für Betreiber bei 3.600 Euro.

"Wir werden alles dafür tun, damit die Zutrittsregeln in der Nachtgastronomie, aber auch in allen anderen Gastronomiebetrieben flächendeckend eingehalten werden. Es liegt im Interesse der Nachtgastronomie und ihrer Gäste, dass diese Regeln ernst genommen werden", wird Köstinger in einer Aussendung zitiert.

Für die Kontrollen sind grundsätzlich die Gesundheitsbehörden der Länder zuständig, sie können die Polizei beiziehen. "Wir haben uns die Öffnungen gemeinsam hart erarbeitet. Grundpfeiler dieser Lockerungen war von Anfang an der 3G-Nachweis", unterstrich Mückstein in der Aussendung. Der Minister rief daher "alle Betriebe und Unternehmen dazu auf, die Einhaltung der 3G-Regelung besonders gründlich zu kontrollieren, um so einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen möglichst zu verhindern".

Laut Cluster-Analyse der Gesundheitsagentur Ages waren rund fünf Prozent aller Clusterfälle in der Kalenderwoche 27 dem Bereich Gastronomie zuzuordnen. Hier könnte es sich aber erfahrungsgemäß um eine Unterschätzung handeln.