Bei den Landtags-, Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen am 26. September in Oberösterreich sind die Senioren in ihrer Bedeutung als Wähler auf dem Vormarsch. Die Generation 60+ hat an der Gesamtzahl der Wähler heuer einen Anteil von 34,8 Prozent, bei der Wahl 2015 waren es noch 29,7 Prozent. Das berichtete der Seniorenbund der ÖVP mit ihrem Landesobmann, dem früheren Landeshauptmann Josef Pühringer in einer Pressekonferenz am Mittwoch unter Berufung auf eigene Berechnungen.

Von den rund 1,1 Millionen Wählerinnen und Wählern gehören demnach heuer 384.500 der Altersgruppe der Über-60-Jährigen an. Vor sechs Jahren waren es noch 325.000 Personen. Sie haben damit einen größeren Anteil am Gesamtwählerpotenzial als die Erst- und Jungwähler im Alter von 16 bis 29 Jahren. Diese stellen 196.000 Wahlberechtigte, das entspricht einem Anteil von 17,8 Prozent. Die größte Gruppe ist jene der 30 bis 59-Jährigen, deren 521.000 Personen einen Anteil von 47,4 Prozent stellen. "Wobei gesagt werden muss, dass viele davon in den nächsten Jahren ebenfalls den 60. Geburtstag feiern werden", gibt Pühringer zu bedenken.

Große Chance für die Volkspartei

Diese Altersstruktur der Wahlberechtigten sei eine traditionelle große Chance für die Volkspartei und die Sozialdemokraten. Diese beiden Parteien hätten in der Regel einen höheren Wähleranteil unter den Älteren, beruft sich Pühringer auf Nachwahlanalysen anlässlich der vergangenen Nationalratswahl. Dazu komme noch die Besonderheit, dass die Wahlbeteiligung der Generation 60+ spürbar höher sei als bei den Jungen. Diese Chancen will der Seniorenbund als deren Interessenvertretung nützen: Unter anderem durch ein eigenes Wahlprogramm. An vorderster Stelle steht darin das Thema Gesundheit mit einer wohnortnahen medizinischen Versorgung sowie Prävention. Auf der Liste stehen weiters die langfristige Absicherung der Pflege, eine größere Gewichtung der Leitlinie "mobil statt stationär" und eine Unterstützung und Entlastung von pflegenden Angehörigen sowie die Digitalisierung und der Erwerb digitaler Fähigkeiten von Senioren.

Bei den älteren Stimmberechtigten will die ÖVP-Teilorganisation auch damit punkten, dass sie für die Wahlen starke Kandidaten ins Rennen schickt. Pühringer selbst steht auf der ÖVP-Kandidatenliste für den Gemeinderat in seiner Heimatgemeinde Traun. (apa)