Dass das vergangene Schuljahr 2019/20 wegen Heimunterrichts und Schichtbetriebs aufgrund der Coronakrise über Wochen für Schüler, Lehrende und auch Eltern sehr belastend war, ist bekannt. Aber schon vor der Pandemie mit bundesweiten Schulschließungen ab Mitte März des Vorjahres ist im Schuljahr 2019/20 die Zahl der Kriseninterventionen und besonderen Betreuung durch Psychologen deutlich gestiegen - nämlich um 19,3 Prozent. Das geht aus der Antwort von Bildungsminister Heinz Faßmann auf eine parlamentarische Anfrage der FPÖ hervor.

Insgesamt wurden demnach 21.072 Schüler und Schülerinnen psychologisch untersucht und behandelt. Dazu kamen im Schuljahr 2019/20 knapp 98.000 Beratungsgespräche mit Schülern, Lehrpersonen und Erziehungsberechtigten. Unabhängig davon wurden noch knapp 4000 Coaching-Gespräche mit Lehrkräften geführt, wie der Bildungsminister auflistet.

27 Psychologen zusätzlich ab Schulbeginn

Gesondert aufgezählt wird die Zeit des Heimunterricht von Mitte März bis Mitte Mai des Vorjahres. In dieser Phase wurden 2129 Schulkinder in konkreten Krisensituationen unterstützt, wobei es sich in 175 Fällen um "ernsthafte Krisensituationen" handelte, geht aus der Bilanz Faßmanns hervor.

Der Bildungsminister hat für das neue Schuljahr eine Aufstockung der Zahl der Schulpsychologen versprochen. Nach dem bisherigen Personalplan waren 131 Schulpsychologen für mehr als 1,1 Millionen Schüler und rund 120.000 Pädagogen im Einsatz. Seit Mai dieses Jahres sind 30 Schulpsychologen eines privaten Trägers für die Bildungsdirektionen in den neun Bundesländern im Einsatz. Dazu kommen noch 20 Psychologen beziehungsweise Sozialarbeiter. Damit kommt man seit Mai 2021 auf 180 Schulspsychologen und Sozialarbeiter.

Im neuen Schuljahr 2021/22 kommen nochmals zusätzliche Fachleute für die psychologische Unterstützung an den Schulen zum Einsatz. Mit September 2021, also mit Schulbeginn, erfolgt demnach eine Aufstockung um weitere 27 Psychologen und Psychologinnen auf Vollzeitkräfte umgerechnet. Damit meisten von diesen 27 kommen in Oberösterreich dazu, nämlich sechs. Weitere vier sind es in der Steiermark, in Wien wird die Zahl um drei im September erhöht.