Nachdem die Grünen zuletzt "Selbstbereicherung", "Korruption" und "Postenschacher" unter der türkis-blauen Bundesregierung mit dem ÖVP-geführten Finanzministerium als Brennpunkt angeprangert haben, schlägt die ÖVP nun gegen ihren Koalitionspartner zurück. Anlass ist ein "profil"-Bericht zur Causa Chorherr über einen E-Mail-Verkehr, der darauf hindeutet, dass Michael Tojner seine Spende an den Chorherr-Verein "s2arch" von der erfolgreichen Widmung für das Heumarkt Projekt abhängig gemacht haben könnte. Tojner bestreitet die Vorwürfe vehement. Der türkise U-Ausschuss-Fraktionschef Andreas Hanger fordert nun von den Grünen, dubiose Spenden von Milliardären und Immobilien-Unternehmern offenzulegen.

Hanger: "Versprechen einhalten"

Hanger sprach am Sonntag von möglicherweise gekaufter Politik der Grünen während ihrer Regierungsbeteiligung in Wien. Nicht nur der ehemalige Grünen-Chef Christoph Chorherr solle laut "profil" Spendengelder von finanzstarken Immobilien-Unternehmern erhalten haben. Der ÖVP-Mandatar verwies auch auf die im Nachrichtenmagazin genannte Ex-Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, die Beraterin Monika Langthaler sowie die Kampagne von Alexander Van der Bellen.

"Wer ständig von sauberer Politik spricht, muss sein Versprechen auch einhalten. Umso dringender ist es, dass die Grünen alle Zahlungsflüsse rund um ihre Zustimmung zum Hochhausprojekt am Heumarkt offenlegen", so Hanger. Die stellvertretende ÖVP-Generalsekretärin Gabriela Schwarz sekundierte und lieferte per Aussendung ebenfalls eine Attacke. "Es braucht völlige Aufklärung zur möglicherweise gekauften Politik der Grünen", forderte sie. Es bedürfe "voller Transparenz, wer wovon gewusst hat und wie völlig fragwürdige Entscheidungen, etwa die Zustimmung zum Hochhausprojekt am Heumarkt, tatsächlich zustande gekommen sind".

FPÖ-Mandatar Christian Hafenecker sah ebenfalls ein "Sittenbild sondergleichen", meinte aber: "Das erinnert an 'paste and copy' der Vereins- und Spendenprofis der türkisen ÖVP und dürfte anscheinend auch bei der grünen Familienplanung in der Bau- und Glückspielbranche gut geklappt haben." Seitens der Grünen gab es auf APA-Anfrage keine Reaktion auf die Vorwürfe. (apa)