Während der Corona-Krise seit dem März des Vorjahres war es besonders arg, Bewohner von Pflegeheimen waren wegen der Schutzvorschriften von Besuchen weitgehend abgekoppelt. Aber auch für alleinlebende ältere Menschen in Privathaushalten war es schwierig, Kontakte aufrechtzuerhalten. In Oberösterreich ruft Soziallandesrätin SPÖ-Landeschfin Birgit Gerstorfer gemeinsam mit dem Sozialministeirium ein Pilotprojekt gegen Einsamkeit im Alter ins Leben.

Von Bundeskanzler Sebastian Kurz ist schon vor rund einem Jahr ein Pakt gegen die wachsende Vereinsamung älterer Menschen angekündigt worden, seither hat man auf Bundesebene davon aber praktisch nichts mehr gehört. ÖVP-Seniorenobfrau Ingrid Korosec war ebenso wie SPÖ-Pensionistenchef Peter Kostelka mit Druck auf die türkis-grüne Bundesregierung maßgeblich daran beteiligt, dass die Einschränkungen in den Pflege- und Altenheimen nach den Corona-Impfungen seit Beginn des heurigen Jahres zurückgenommen werden, damit Heimbewohner wieder mehr Besucher empfangen können.

In Oberösterreich wird nun wenige Wochen vor der Landtagswahl am 26. September aktiv  gegen die Einsamkeit im Alter vorgegangen - zumindest in fünf ausgewählten Kommunen und Regionen. Es handelt sich dabei um die Stadt Steyr, um Laakirchen, Engerwitzdorf im Mühlviertel sowie um Peuerbach und Waldzell im Hausruck. Laut Gerstorfer stellt dies ein bisher einzigartiges Pilotprojekt dar, das vorerst zwei Jahre laufen wird.

Durch das Einbinden wichtiger Akteure auf Gemeindeebene und einem weiteren Ausbau des freiwilligen Engagements sollen ältere Menschen das Gefühl erhalten, in das gesellschaftliche Leben einer Gemeinde besser eingebunden zu sein. Für diese Freiwilligenarbeit wird ein eigener Trägerverein gegründet. Mit Hilfe Freiwilliger sollen Anliegen der Gemeindebewohner aufgenommen und danach gezielte Angebote erarbeitet werden.

Telefonieren zum Knüpfen von Kontakten

Konkret wird mit dem Start der Aktion die Initiative "Lass uns telefonieren" begonnen. Dabei soll eine möglichst stabile Beziehung und ein Kontakt zwischen zwei Menschen aufgenommen werden, um Einsamkeit im Alter möglichst nicht zuzulassen. Dazu kommen als Schwerpunkt noch gesundheitsfördernde Maßnahmen für ältere Menschen.

In Oberösterreich gab es im Jahr 2019 nach den Daten, die am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts durch die Soziallandesrätin vorgelegt wurden, immerhin rund 224.500 Einpersonenhaushalte - bei rund 1,1 Millionen Wahlberechtigten. Dabei wohnte rund 85.000 Seniorinnen und Senioren in Einzelhaushalten, wurde unter Hinweis auf Daten des Landes Oberösterreich und der Statistik Austria erläutert.