Hatte die ÖVP bei der Landtagswahl 2015 massiv verloren und in keiner einzigen der damals 442 Gemeinden dazugewonnen, ging es diesmal der FPÖ ähnlich: Die Freiheitlichen gewannen bei weitgehend ausgezählten Gemeinden in keiner der nunmehr 438 Orte dazu. Die SPÖ schlug sich in ihren Hochburgen durchwachsen. Insgesamt wurde die Landkarte großflächig schwarz gefärbt, während blaue und rote Flecken deutlich zurückgingen.

In den blauen Hochburgen musste die FPÖ kräftig Federn lassen, wobei die impfskeptische MFG in diesen Gemeinden auch nur unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielte. In Sankt Georgen am Fillmannsbach behauptete die FPÖ zwar ihren ersten Platz, mit 42,2 Prozent fuhren die Freiheitlichen allerdings einen schweren Verlust von 14,5 Prozentpunkten ein. Knapp hinter der FPÖ liegt wie schon bei der letzten Wahl die ÖVP mit 41,2 Prozent (plus 9,3 Prozentpunkte). Die MFG blieb mit 4,9 Prozent hinter ihrem Landesergebnis.

Auch in Steinhaus bei Wels blieb die FPÖ trotz Verlusten stärkste Partei mit 38,73 Prozent (minus 7,83 Prozentpunkte), aber dennoch deutlich vor der ÖVP mit 32,5 Prozent. Ähnlich in St. Pankraz: Dort fuhr die FPÖ mit 39,5 Prozent einen klaren Verlust von 7,6 Prozentpunkten ein. In Sankt Roman, wo die Blauen 49,8 Prozent erreicht hatten, büßten sie wieder 20,1 Prozentpunkte ein, die ÖVP gewann massiv dazu und holte knapp die absolute Mehrheit.

SPÖ im Salzkammergut stark


Die SPÖ schlug sich im traditionell sozialdemokratischen Inneren Salzkammergut wacker, wenn auch nicht sensationell. In Obertraun bleibt die SPÖ nicht nur auf Platz eins: Das Ergebnis von 46,2 Prozent bedeutet auch einen klaren Zuwachs für die Sozialdemokraten um 5,8 Prozentpunkte. Platz zwei ging an die ÖVP, die auf 31,9 Prozent kam. Auch in Hallstatt konnten die Roten ihre Nummer-eins-Position ausbauen: Sie erzielten ein deutliches Plus von 4,9 Prozentpunkten auf 38,5 Prozent. Auf dem zweiten Platz liegt erneut die ÖVP mit 27,5 Prozent.

In Lenzing hat es die SPÖ geschafft, trotz Verlusten - minus 1,9 Prozentpunkte auf 27,9 Prozent - den ersten Platz zurückzuerobern: Grund sind die großen Verluste der FPÖ: Die Freiheitlichen ließen 13 Prozentpunkte liegen und stürzten von Platz eins auf den dritten Platz ab (23,8 Prozent).

Die ÖVP behauptete sich in der Fläche - etwa in der traditionell tiefschwarzen Gemeinde Kaltenberg, wo sie allerdings rund 5 Prozentpunkte auf 62,9 Prozent verlor. In Goldwörth gewann die ÖVP bemerkenswerte 16,7 Prozentpunkte dazu und erreichte 47,5 Prozent. Die Grünen sind traditionell stark im Linzer Speckgürtel, so auch bei dieser Wahl. Grüne Hochburgen waren Ottensheim (27 Prozent), Gallneukirchen (21,3 Prozent) und Kirchschlag bei Linz (20,4 Prozent, alle Bezirk Urfahr-Umgebung). In allen drei Gemeinden konnten sie gegenüber 2015 noch einmal drei bis vier Prozentpunkte zulegen. (apa)