Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) kritisiert vor dem Beginn des Wintersemesters die Umsetzung der Corona-Maßnahmen an den Hochschulen. Das Bildungsministerium ziehe sich auch im vierten Corona-Semester mit Verweis auf die Hochschulautonomie aus der Verantwortung, die Studierenden müssten erneut Versäumnisse des Sommers ausbaden. An mehreren Hochschulen seien Studierendenvertreter gebeten worden, unentgeltlich bei der Kontrolle der Zutrittsregeln auszuhelfen. Die ÖH fordert dafür ein Extrabudget.

Um trotz Pandemie möglichst viele Präsenzveranstaltungen anbieten zu können, lassen etwa die Universitäten im mit 1. Oktober startenden neuen Semester nur geimpfte, genesene und getestete Studierende in die Vorlesungen und Prüfungen bzw. überhaupt in die Gebäude. Die Kontrolle der von jeder Hochschule individuell festgelegten Sicherheitsmaßnahmen stelle allerdings einige Hochschulen vor Probleme, berichtete die ÖH am Dienstag in einer Aussendung.

"Studierende als billige Arbeitskräfte missbraucht"

"Es wurden bereits mehrere Hochschulvertretungen angefragt, ob sie die Portiere bei der Einlasskontrolle unterstützen" - und zwar unentgeltlich, so Keya Baier (Grüne und Alternative Student_innen) vom Vorsitzteam. Es sei allerdings Aufgabe der Hochschulen und des Ministeriums, den Betrieb an den Hochschulen zu ermöglichen. Der Versuch, die Studierenden als billige Arbeitskräfte zu missbrauchen, sei nicht akzeptabel.

Die schwierige Umsetzung der Einlasskontrollen liegt aus Sicht der ÖH an der fehlenden Finanzierung durch das Ministerium. Die Bundesvertretung fordert deshalb, dass die Herausforderungen der Pandemie auch in den aktuell laufenden Leistungsvereinbarungen, bei denen das Uni-Budget auf die 22 öffentlichen Unis verteilt wird, berücksichtigt werden. Es könne nicht sein, dass die bereits unterfinanzierten Hochschulen während der Pandemie zusätzliches Geld für den Schutz von Studierenden und Personal aufbringen müssen. (apa).