Die Hochschulen gehen in ein weiteres Semester mit coronabedingten Einschränkungen. Wissenschaftsminister Heinz Faßmann hält zwar die 3-G-Regel (geimpft, genesen, getestet) auch für den Studienbetrieb für vernünftig. Die Details für den Hybrid-Betrieb mit Präsenzveranstaltungen und Online-Lehre werden zwar aufgrund der Autonomie von den Universitäten selbst festgelegt. Der Minister mahnt allerdings am Freitag sanft zu einer "Vereinheitlichung" der Corona-Regeln an den Universitäten und Fachhochschulen.

So gibt es etwa je nach Universität unterschiedliche Vorschriften, was die Auslastung der Hörsäle betrifft. Der Wissenschaftsminister wollte ausdrücklich die Autonomie der diesbezüglich sensiblen Hochschulen nicht antasten, daher sprach er von der Anregung für einen "Konvergenzprozess" der Universitäten: "Das halte ich auch im Sinne der Studierenden für vorteilhaft." Etwa, dass offenbar Unis die Belegung der Hörsäle in Form eines Schachbrettmusters festgelegt haben oder nur 50 Prozent der Plätze besetzt werden dürfen. Die zur Anwendung kommenden Bestimmungen bleiben Sache der Universitäten.

Faßmann verwahrte sich jedoch dagegen, dass von der Bundesregierung und seinem Ressort nicht rechtzeitig bei den gesetzlichen Maßnahmen auf die Hochschulen Bedacht genommen worden sei. "Es ist manchmal in einem bürokratisierten Österreich schwierig, Maßnahmen durchzusetzen", meinte er scherzhaft. Der Linzer Uni-Rektor Meinhard Lukas meldete Bedenken gegen eine 1-G-Regel an Universitäten an, damit wären nur mehr Geimpfte bei Präsenzveranstaltungen zugelassen. Der Rechtsprofessor hält das aus verfassungsrechtlicher Sicht für bedenklich. Außerdem sei es ein "falsches Signal" nach der "fantastisch" hohen Impfquote bei den Studenten.

79 Prozent der Studierenden geimpft

Das war der eigentliche Anlass der Pressekonferenz im Bildungsministerium am Wiener Minoritenplatz. Von der Statistik Austria wurde erhoben, dass immerhin 79 Prozent der 395.000 Studenten mit Stand Ende August geimpft waren, insgesamt liegt die Impfrate bei der für Corona-Impfungen in Frage kommenden Bevölkerung über zwölf Jahren bei 56 Prozent. Dazu kommen weitere zwei Prozent der Studenten – rund 9000 Personen -, die zumindest teilimmunisiert sind. Bei den Medizin-Universitäten lag die Impfrate mit 88 Prozent naturgemäß besonders hoch. Die Hochschulen in Niederösterreich, wie die Pädagogischen Hochschulen mit 82 Prozent und in Wien mit 81 Prozent verzeichneten die höchsten Quoten.

Bei der Pressekonferenz anwesend war auch ÖH-Vizechefin Naima Gobara, die sich nach massiver Kritik am Corona-Management der Unis nach dem Ausbruch der Pandemie im März 2020 nun grundsätzlich zufrieden zeigte. Die ÖH hat Anfang der Woche beklagt, dass an Unis Studentenvertreter für die Kontrolle und Gangaufsicht als ehrenamtliche Helfer missbraucht würden. Das habe sich nach dem Aufschrei nun gebessert, so die ÖH-Vizevorsitzende. Probleme gebe es nur noch an einigen Universitäten.