Oberösterreich hat am Montag mit 37 mit Covid-19-Erkrankten belegten Betten die kritische Marke bei der Intensivbettenauslastung von zehn Prozent überschritten. Das Land gab per Aussendung bekannt, dass "jetzt der Hochinzidenzerlass des Bundes in Kraft" tritt: "Ab Dienstag, 26. Oktober 00:00 Uhr gilt für alle Personen, die den Bezirk verlassen wollen – unabhängig von ihrem Wohnsitz und der Aufenthaltsdauer im Bezirk, eine Ausreise-Testpflicht." Als Nachweis gilt laut Bundes-Erlass ein negativer PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf oder ein negativer Antigen-Test, nicht älter als 24 Stunden.

Der Grund für die Testpflicht ist die Kombination der Auslastung der Intensivstationen mit einer geringen Durchimpfungsrate und einer hohen durchschnittlichen Sieben-Tages-Inzidenz.

Mehr als zehn Prozent der Intensivkapazitäten in Oberösterreich sind mit Covid-19-Patienten belegt. 
- © Apa / Waltraud Grubitzsch

Mehr als zehn Prozent der Intensivkapazitäten in Oberösterreich sind mit Covid-19-Patienten belegt.

- © Apa / Waltraud Grubitzsch

Impfschlusslicht Braunau

Im Bezirk Braunau liegt die Impfquote bei unter 55 Prozent. Konkret sind es laut Landespressedienst exakt 52,1 Prozent - die niedrigste Durchimpfungsrate des gesamten Bundeslandes. Außerdem übersteigt die gemittelte  Sieben-Tages-Inzidenz nun den siebenten Tag in Folge auf über 400, am Montag lag sie bei 557,8. 

Im Bezirk Gmunden ist der Wert mit 658,2 höher, ebenfalls hoch ist er im Bezirk Freistadt, dort beträgt er am Montag 508,1. Diese beiden Bezirke haben allerdings eine deutlich höhere Durchimpfungsrate: In Gmunden liegt sie bei 60,4 Prozent, weshalb Ausreisekontrollen erst ab einer über sieben Tage gemittelten Sieben-Tages-Inzidenz von 600 schlagend werden, in Freistadt, wo 59 Prozent vollimmunisiert sind, liegt der Schwellenwert gemäß Hochinzidenz-Erlass des Bundes bei gemittelten 500.

Der Bezirk Braunau sieht sich bereits zum dritten Mal seit Beginn der Pandemie mit Ausreisekontrollen konfrontiert. Erst von 18. bis 28. September hatte es  derartige Kontrollen gegeben, allerdings lag die Impfquote damals noch unter 50 Prozent und daher galt 300 als kritischer Inzidenzwert. Corona-bedingte Ausreisekontrollen gibt es seit Samstag auch in Niederösterreich: Hier sind die Bezirke Melk und Scheibbs betroffen. 

Angesichts der steigenden Zahlen im gesamten Bundesland Oberösterreich beraten die zuständigen Landesregierungsmitglieder am Montag Abend mit Experten weitere Maßnahmen. Im Raum steht eine Verschärfung der FFP2-Maskenpflicht. Ergebnisse dieser Beratungen sind erst am morgigen Feiertag zu erwarten. (red, apa)