Patienten, die mittels elektronisch übermitteltem Rezept bei der Apotheke ein Medikament abholen wollen oder Personen, die ein Impfzertifikat ausgestellt haben möchten, sind mit Schwierigkeiten konfrontiert. Das System der Elektronischen Gesundheitsakte (Elga) funktioniert seit mehreren Tagen nur eingeschränkt.

Die Elga GmbH ist um die Behebung der Probleme bemüht. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran", versicherte Elga-Geschäftsführer Franz Leisch Dienstagmittag im Telefonat mit der "Wiener Zeitung". Es gebe ständig interne Treffen. "Die Entwarnung gibt es leider noch nicht", bedauerte er. Wann dies der Fall sein werde, könne er noch nicht sagen. Die Ärztekammer wird freilich ungeduldig, weil auch die Ordinationen durch die Panne massiv betroffen sind.

Die Elga-Verantwortlichen räumten am Montagabend ein, dass es Probleme bei einer Reihe von Anwendungen gebe. Das betrifft die Eintragung von (Corona)Impfungen in den E-Impfpass ebenso wie die elektronische Ausstellung von Rezepten und auch elektronische Befunde in Ordinationen. In Mitleidenschaft gezogen sind auch die Apotheken. Die Folge: Wenn sich Patienten in ganz Österreich nach einem Telefonanruf bei ihrem Hausarzt Medikamente verschreiben lassen, kann es zumindest zu Verzögerungen kommen, räumt man bei der Elga-Gesellschaft in einer Aussendung ein.

Grund ist Umstellung am 4. November

Der Grund für die Schwierigkeiten und Verzögerungen liegt nach offiziellen Angaben bei einer schon länger geplanten Aktualisierung der Elga-Zugriffsberechtigung ab Donnerstag, 4. November, der Vorwoche. Es kommt zu Überlastungen, die dann eine spätere Durchführung zur Folge haben. "Da die weitaus überwiegende Zahl von Elga-Zugriffen durch Ordinationen und Apotheken über das E-Card-System erfolgt, sind diese besonders davon betroffen", wird als Erklärung angeführt.

Deswegen wurden die Ärzte ersucht, Patienten Rezepte auf Papier auszustellen, statt diese auf elektronischem Weg an Apotheken zu schicken. Impfungen, bei denen die Eintragung in den elektronischen Impfpass nicht sofort möglich seien, würden aber nicht verloren gehen, wird versichert. Diese könnten von Ordinationen und Impfstellen "ehestmöglich nacherfasst" werden. An der Behebung des Fehlers werde mit Hochdruck gearbeitet.

Ärztevizechef will notfalls Abgeltung

Den Ärztevertretern platzte Dienstagfrüh, also am sechsten Tag der Probleme, der Kragen. Ärztekammervizepräsident Johannes Steinhart forderte, die Behebung der Probleme müsse oberste Priorität haben. Er ging sogar noch weiter: Sollten die Ausfälle nicht bald behoben werden, müsse man die Frage stellen, wer den Ärzten die administrativen Überstunden und die Zeit für das Nacharbeiten abgelte, meinte Steinhart.