In Zusammenhang mit der Mehrzweckhalle Multiversum in Schwechat (Bezirk Bruck a.d. Leitha) geht ab dem 16. November am Landesgericht für Strafsachen in Wien ein Prozess gegen zwölf Angeklagte in Szene. Sprecherin Christina Salzborn bestätigte auf APA-Anfrage am Dienstag einen entsprechenden "profil"-Bericht. Anberaumt sind bis zum 26. November vorerst sechs Termine. Vorausgegangen waren jahrelange Ermittlungen.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wirft dem Bericht zufolge elf Personen versuchten schweren Betrug beziehungsweise Untreue vor. Mitverhandelt wird eine Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Korneuburg, die vier Beschuldigten weitere mutmaßliche Malversationen rund um die Veranstaltungshalle anlastet. Drei von ihnen sind auch von der Anklage der WKStA umfasst, bestätigte Salzborn. Schauplatz des Prozesses ist der große Schwurgerichtssaal. Nach dem 26. November seien aus aktueller Sicht auch "noch andere Termine geplant", sagte die Sprecherin zur APA.

Es geht um Milionen-Sportförderung

Die beim Landesgericht für Strafsachen Wien eingebrachte Anklageschrift der WKStA steht in Zusammenhang mit der Gewährung von Bundessportförderungen zur Errichtung des Multiversums. Zu den Beschuldigten zählen laut "profil" etwa der frühere SPÖ-Nationalratsabgeordnete und Schwechater Bürgermeister Hannes Fazekas, Ex-Tischtennis-Weltmeister Werner Schlager sowie fünf Mitarbeiter des Sportministeriums, die unter dem damaligen Minister Norbert Darabos (SPÖ) für die Vergabe beziehungsweise die Kontrolle der Bundessportförderung zuständig waren.

Laut Verdachtslage sollen dem Bericht zufolge 2010 und 2012 insgesamt bis zu 7,8 Millionen Euro an Sportförderung in Zusammenhang mit dem Multiversum zu Unrecht zugesagt worden sein. 2,9 Millionen Euro davon wurden demnach tatsächlich ausbezahlt. Alle Betroffenen bestreiten sämtliche Vorwürfe.

Den angeklagten Beamten wird laut "profil" vorgeworfen, in "vorauseilendem Gehorsam" die "politische Befürwortung des Bundesministers" umgesetzt zu haben, obwohl die rechtlichen Voraussetzungen nicht vorgelegen seien. Ermittlungen gegen Ex-Minister Darabos seien Anfang 2020 eingestellt worden. (apa)