Die extrem angespannte Personalsituation in den Krankenhäusern hat in Niederösterreich einen ungewöhnlichen Schritt zur Folge. Die Gesundheitsagentur des Landes ist bemüht, rund 1000 seit Anfang 2017 im Ruhestand befindliche Ärzte und Pflegekräfte wegen des Corona-bedingten Personalmangels in den Dienst zurückzuholen. 234 haben sich laut NÖ-Landesgesundheitsagentur bis Mittwochvormittag dazu bereit erklärt.

In Niederösterreich ist man mit dieser Maßnahme bemüht, die Versorgung der Patienten in den Spitälern weiter sicherzustellen. Erkrankungen und Dienstausfälle haben das Personal in den niederösterreichischen Spitalseinrichtungen noch vor zusätzliche Belastungen gestellt.

Tausend Ex-Mitarbeiter kontaktiert

Wie die Gesundheitsagentur des Landes in einer Aussendung mitteilte, wurden deswegen Ärzte sowie diplomierte Pfleger, die seit 1. Jänner 2017 in Pension gegangen sind, kontaktiert. 234 von rund 1000 Ex-Bediensteten haben sich bereit erklärt, das Spitalspersonal "im Notfall zu unterstützen". Diese sollen in ihren ehemaligen Dienstorten zum Einsatz kommen. Es gibt dabei befristete Dienstverträge, für die Bezahlung wird das zuletzt bezogene Bruttogehalt herangezogen.

In Niederösterreich sind die Intensivstationen der Spitäler bereits stark ausgelastet. Der für das Spitalspersonal zuständige Vizelandeshauptmann Stephan Pernkopf (ÖVP) lobte die Bereitschaft der pensionierten Mitarbeiter: "Wir brauchen jetzt Zusammenhalt, den beweisen in ganz besonderem Maße die pensionierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Landeskliniken." (ett)