Die erste Woche im vierten Lockdown ist bald vorbei. Doch noch ist die Zahl der Neuinfektionen in Österreich weiterhin hoch. Am Freitag meldeten die Behörden 12.245 neue Fälle und 51 weitere Tote binnen 24 Stunden. In den Krankenhäusern gab es insgesamt ein geringes Plus von drei Patienten auf nunmehr 3.249 Covid-19-Infizierte. Das sind um 378 mehr als vor einer Woche.

Auf den Intensivstationen ist die Zahl der Schwerkranken um elf zurückgegangen. Dennoch benötigten weiterhin 608 Covid-19-Patienten intensivmedizinische Behandlung. Das bedeutet eine Steigerung um 16,9 Prozent innerhalb einer Woche, 88 Covid-19-Infizierte mussten zusätzlich aufgenommen werden.

Die Zahl der bestätigten aktiven Fälle ging zwar leicht - um 121 Infizierte - auf 152.362 zurück. Immerhin liegen die am Freitag gemeldeten 12.245 Neuinfektionen unter dem Schnitt der vergangenen Woche. Dieser betrug täglich 13.409 weitere Fälle.

Weiter sehr hoch ist die Zahl der Todesfälle. 51 wurden am Freitag gemeldet, im Sieben-Tages-Schnitt waren es täglich 47,6. Allein in der vergangenen Woche wurden 333 Todesfälle registriert. Insgesamt hat die Covid-19-Pandemie seit Ausbruch bereits 12.284 Tote in Österreich gefordert, pro 100.000 Einwohner sind 137,5 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben.

Deutlich weniger positive Tests aus Schulen

Aus den Schulen meldeten das Bildungsministerium und die Stadt Wien indes insgesamt 4.022 entdeckte Infektionen - in der Vorwoche waren es noch 5.437. Der Rückgang ist etwas stärker als durch die derzeit verminderte Schülerzahl erwartbar.

Steigend ist dagegen noch die Zahl der geschlossenen Schulen und Klassen: Derzeit sind 22 Schulen (Vorwoche: 16) und 751 Klassen (492) betroffen. Die steigende Zahl der geschlossenen Klassen ergibt sich vor allem dadurch, dass diese Maßnahme meist etwas "nachhinkt". Außerdem gibt es mittlerweile die Vorgabe, Klassen schon ab dem zweiten Infektionsfall ins Distance Learning zu schicken.

Ab der kommenden Woche wird nach Wien auch in Niederösterreich und Oberösterreich ein zweiter wöchentlicher PCR-Test an Schulen durchgeführt. In Oberösterreich wird neben Montag nun auch am Mittwoch PCR-getestet, in Niederösterreich neben Dienstag auch am Donnerstag, hieß es aus dem Bildungsministerium auf APA-Anfrage. Mit diesen drei Ländern seien 50 Prozent der Kinder umfasst - die anderen sollen folgen, wenn es die nötigen Kapazitäten gibt.

Höhepunkt der vierten Welle in laufender Woche

In ihrer wöchentlichen Vorschau haben die Experten des Covid-Prognosekonsortiums einen Höhepunkt der vierten Epidemiewelle in der laufenden Kalenderwoche 47 (bis 28. November) gesehen. Was die Infektionen mit Sars-CoV-2 betrifft, war zwar eine beginnende Stagnation auf hohem Niveau zu sehen. Ein weiterer Rückgang der Neuinfektionen ist aber dringend notwendig, um das epidemiologische Geschehen in den Griff zu kriegen.

Doch auch wenn Abwasseranalysen und Mobilitätsdaten auf eine Stagnation des Infektionsgeschehens hindeuten, ist aufgrund des Zeitverzugs zwischen Infektionserwerb und Hospitalisierung "in den nächsten 14 Tagen noch nicht mit einer Entspannung in den Spitälern zu rechnen und ein weiterer Anstieg des ICU-Belags wahrscheinlich", so das Konsortium.

Konkret beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass die systemkritische Auslastungsgrenze von 33 Prozent im ICU-Bereich österreichweit am 1. Dezember erreicht wird, 30 Prozent. Deutlich höher liegt die Wahrscheinlichkeit in Oberösterreich (90 Prozent), Vorarlberg (85 Prozent), Salzburg (70 Prozent), Niederösterreich (60 Prozent) und Kärnten (45 Prozent). Am geringsten ist die Wahrscheinlichkeit in der Steiermark (fünf Prozent) und in Wien (zehn Prozent).