Es ist so ähnlich wie vor genau einem Jahr, als im Advent die Corona-Teststraßen förmlich aus dem Boden gestampft werden mussten. Mit der angespannten Lage durch die hohen Infektionszahlen muss das Bundesheer wieder verstärkt zur Assistenz im Kampf gegen die Pandemie anrücken. Bestes Beispiel Salzburg. Dort wird das Heer in der großen Schwarzenbergkaserne am Mittwoch nach einer Anforderung durch das Land vier Impfstraßen einrichten.

Damit der Nachschub an Rekruten nicht plötzlich abreißt, werden trotz des Lockdowns die Stellungsstraßen des Bundesheeres aufrecht erhalten. Dort werde mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen vorgegangen, wurde am Dienstag von Seiten des Verteidigungsministeriums versichert.

Vier Impfstraßen in Schwarzenbergkaserne

In der Salzburger Schwarzenbergkaserne sind die Soldaten zur Unterstützung und gleichsam als "Hausherren" im Einsatz. Das medizinische Personal wird vom Land gestellt. Salzburg kämpft seit Wochen mit besonders vielen Neuinfektionen. In den Schulen musste die Nachverfolgung von Kontakten bereits vor rund einem Monat eingestellt werden, weil die Gesundheitsbehörden damit völlig überfordert waren. Gleichzeitig hat sich Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) besonders lang gegen einen Lockdown in seinem Bundesland gestemmt.

Salzburg ist bei der Unterstützung durch das Bundesheer aber keineswegs ein Einzelfall unter den Bundesländern. Allein neun Teststationen werden in Niederösterreich mit Hilfe des Heeres betrieben, wie das Verteidigungsministerium anführt. Das ist kein Zufall. Schließlich kommt Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) selbst aus Niederösterreich. Zuvor war die Infrastruktur für Coronatests in Niederösterreich bereits deutlich zurückgefahren worden.

Bundesweit sind derzeit nach Angaben des Verteidigungsressorts rund 600 Soldaten im Assistenzeinsatz zur Bekämpfung der Pandemie. Dabei hat es erst vor kurzem eine Einschränkung des Aufgabengebietes gegeben. Durch diese vom Bund angeordnete Änderung sind die monatelang notwendigen Kontrollen bei der Ausfahrt aus Bezirken mit besonders vielen Neuinfektionen weggefallen. Neben den Impf- und Teststraßen sind Soldaten vor allem noch bei mobilen Testteams etwa in Tirol im Einsatz und auch zur Unterstützung bei der Kontakt-Nachverfolgung.

220 Soldaten bei Bewachung in Wien

Doppelt so groß ist die Zahl der Soldaten, die im Assistenzeinsatz bei Einreisekontrollen an Österreichs Grenzen stehen. Von 1200 Heeresangehörigen entfällt wiederum eine beträchtlicher Teil auf den Grenzeinsatz an der Ostgrenze im Burgenland sowie in der Steiermark in Richtung Slowenien. Weitere 220 Soldaten sind zum Objektschutz - etwa von Botschaften - in der Bundeshauptstadt Wien abkommandiert.

"Gerade die Durchhaltefähigkeit ist ein Alleinstellungsmerkmal des Bundesheeres", hob Ministerin Tanner in einer Aussendung hervor. Die Soldaten könnten die breite Palette an Aufgaben "qualitativ und quantitativ hervorragend abdecken", meinte sie. Darüber hinaus sind rund 1000 Heeressoldaten aus Österreich im Ausland bei Friedens- und Hilfsmissionen im Einsatz. (ett)