Auch in Österreich steigt die Zahl der Omikron-Fälle, allerdings noch auf niedrigem Niveau und mit geringerer Geschwindigkeit als in anderen Ländern. Am Montag bestätigte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein 59 Fälle, tags darauf sind es bereits 71 Fälle, wie aus dem aktuellen Variantenbericht der Gesundheitsagentur Ages hervorgeht. Der Großteil dieser Fälle wurden bisher in Wien gefunden.

Aktuell geht man von 48 Omikron-Fällen in der Hauptstadt aus, die Verdoppelungsrate beträgt etwa fünf Tage, in Großbritannien, Dänemark und Norwegen verdoppeln sich die Omikron-Fälle alle zwei bis drei Tage. So lange noch die absoluten Zahlen gering sind, kann man einzelne Infektionsketten besser bremsen und die weitere Ausbreitung dieser Immunflucht-Variante wohl nicht verhindern, aber zeitlich ein wenig zu verzögern.

Ärztekammer fordert Erleichterung für "Geboosterte"


Deshalb müssen in Österreich Personen, die Kontakt mit Omikron-Infizierten hatten, für 14 Tage in strenge Quarantäne, und zwar ohne die Möglichkeit, sich nach einigen Tagen freizutesten. Das betrifft auch Genesene und Geimpfte, eben weil diese Variante die Immunität erheblich umgeht. Die Ärztekammer will aber für Dreifachgeimpfte Erleichterungen bei diesen strengen Corona-Quarantäneregeln.

All jene, die bereits den "Booster" abgeholt haben, sollten dann nicht generell als K1- sondern als K2-Kontaktpersonen gelten oder sich nach fünf Tagen freitesten können. Die Ärztekammer beruft sich auf die Studienlage, die "immer deutlicher" zeigen würde, dass dreifach geimpfte Menschen auch vor der Omikron-Variante des Coronavirus "gut geschützt" seien. Der Schutz sei zwar nicht ganz so groß wie bei der Delta-Variante, mit einer dritten Impfung betrage die Schutzwirkung aber immer noch "sehr gute 75 Prozent", so die Präsidenten der neun österreichischen Landesärztekammern in einer gemeinsamen Stellungnahme. Der Schutz gegen schwere Verläufe und Hospitalisierung dürfte "noch deutlich größer sein".

Die Ärztekammer erhofft sich dadurch eine größere Beteiligung bei den Auffrischungsimpfungen. Es gelte gerade jetzt, die Menschen von den Vorteilen der Covid-Schutzimpfung und besonders auch der dritten Impfung zu überzeugen, betonen die neun Präsidenten. "Wir brauchen hier Differenzierung und diese ist auch von der wissenschaftlichen Datenlage ausreichend gedeckt", so Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres.

Hacker erwartet nur kurze Sonderregelung


Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) sagte im Ö1-"Morgenjournal", er gehe davon aus, dass die strengen Quarantäneregeln bei Omikron ohnehin "keine lange Phase sein" werde. Die Erfahrungen würden dafür sprechen, dass diese Regelung "nach zwei, drei, maximal vier Wochen" vorbei sein werde. "Wenn wir dann einmal bei Hunderten Fällen sind, dann macht es keinen Sinn mehr (die strenge K1-Regel, Anm.)".

Die Zahl der Neuinfektionen ist am Dienstag wieder gestiegen: So wurden von den Bundesländern insgesamt 4.224 positive Fälle dokumentiert. Dieser Wert liegt über dem Schnitt der vergangenen sieben Tage (3.755). Die Zahl der Spitalspatienten mit Covid-19 ist auf 2.280 zurückgegangen, nach wie vor werden aber 560 dieser aktuell hospitalisierten Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen betreut, nur um fünf weniger als am Dienstag. Es war allerdings auch erwartet worden, dass die Zahl der Intensivpatienten weniger schnell zurückgehen wird.

Das Corona-Prognosekonsortium geht in seiner jüngsten Vorhersage davon aus, dass die Inzidenz in Österreich noch einige Tage abnehmen wird, allerdings nur noch in geringem Maße. Bereits jetzt zeigt sich, dass die effektive Reproduktionszahl wieder ansteigt, auch wenn sie noch unter dem kritischen Wert 1 liegt. Wenn die Reproduktionszahl über 1 liegt, dann steigen die Fallzahlen wieder. (apa/red.)