Pensionierte Polizisten werden in Oberösterreich ab heute, Donnerstag, vom Land und von der Landespolizeidirektion eine ganz besondere Weihnachtspost erhalten. Sie werden in einem Brief gebeten, sich freiwillig als Helfer für die Gesundheitsbehörden bei der Einhaltung von Corona-Maßnahmen zu melden. Mehrere hundert Exekutivbeamte bis zum 70. Lebensjahr kommen dafür potenziell in Frage, wurde der "Wiener Zeitung" Donnerstag in der Landespolizeidirektion Oberösterreich erklärt.

Vorerst nützt allerdings nur Oberösterreich diese Gelegenheit, auf die Mitarbeit von Polizisten im Ruhestand zurückzugreifen. Das Land sei diesbezüglich an das Innenministerium herangetreten, wurde in Wien bestätigt. Wer sich meldet, soll demnach für die Gesundheitsbehörden und die Bezirkshauptmannschaften bei der Nachverfolgung von Kontakten, aber etwa auch bei 2-G-Kontrollen eingesetzt werden. Es handle sich nicht um polizeiliche Tätigkeiten, wurde in Wien wie auch in Linz betont.

Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) hat diese Maßnahme am Mittwoch angekündigt. Hintergrund dafür ist, dass in Oberösterreich nach wie vor dringend Hilfe bei der Nachverfolgung von Kontakten benötigt wird, aber auch bei den Kontrollen sollen die Polizisten im Aktivdienst für andere Tätigkeiten entlastet werden. Dies auch bereits im Hinblick auf die befürchtete nächste Infektionswelle durch die Omikron-Variante.

Land richtet eine Hotline ein

Für pensionierte Polizisten wird zu diesem Zweck auch eine eigene Hotline des Landes eingerichtet, bei der sie sich melden können. Wer mithilft, wird mittels Werkvertrag beim Land beschäftigt, es handelt sich nicht um hoheitliche Aufgaben im Polizeidienst. Die Rückholung von Beamten im Ruhestand ist grundsätzlich gesetzlich möglich.

In Oberösterrreich ist ähnlich wie auch im benachbarten Bundesland Salzburg im November angesichts der besonders hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen die Kontaktnachverfolgung weitgehend zusammengebrochen. Dies, obwohl auch bereits Soldaten des Bundesheeres ausgeholfen haben. In Salzburg hat man teils völlig kapituliert. So wurde das Nachverfolgen von Kontakten nach Infektionen in Schulen schon Anfang November komplett aufgegeben.