"Dieses Jahr wird besser. Für die Zukunft scheint wieder alles möglich."
Die lang ersehnte Impfung ist da. Bundespräsident Alexander Van der Bellen geht voller Optimismus ins Neue Jahr.

"Wir haben wirklich ein Problem. Ich glaube, das ist die schwierigste Phase in dieser Pandemie."
Äh, wie war das gemeint mit "für die Zukunft scheint alles möglich"? Eine Woche später ist Alpha in Österreich angekommen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober sieht das recht düster.

"Es gibt in Zeiten der Pandemie keine Garantien."
Bundeskanzler Sebastian Kurz spricht eine Weisheit aus.

"Vielleicht, daher ist es seltsam, dass, wenn es irgendeine eine Phrase, die garantiert wird, um mich auf den Weg, es ist, wenn jemand zu mir sagt: ‚Okay, fein. Du bist der Chef!‘".
Vielleicht, daher, hat die Bundesregierung, Problem, aufgrund aus ein paar Phrasen, in einer Dissertation aus Bratislava. Die Arbeitsministerin
Christiane Aschbacher sagte:
"Okay, fein, ich trete zurück."

"In der Politik habe ich keine Erfahrung. Aber es ist klar, es gibt jetzt keine Einarbeitungszeit."
IHS-Chef Martin Kocher folgt Aschbacher mit realistischem Blick.

FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl 
- © apa / Herbert Neubauer

FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl

- © apa / Herbert Neubauer

"Corona-Wahnsinn!"
Herbert Kickl besucht die erste Demonstration seines Lebens und prägt den Ton der FPÖ.

"Ich werde mich impfen lassen."
. . .Parteichef Norbert Hofer tut, was zu tun ist.

"Wir brauchen Schritte der Öffnung und Hoffnung, sonst steuern wir auf einen bundesweiten Lagerkoller zu."
Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) erklärt die zarten Öffnungen.

"Viele Leute sind schon wuggi."
ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian erklärt sie auch.

"Es macht mich betroffen, dass die Eltern die Kinder in diese Lage gebracht haben."
Innenminister Karl Nehammer lässt drei Kinder in der Nacht aus Österreich abschieben.

"Wenn Minister Nehammer die Abschiebung so betroffen macht und er die Angelegenheit tragisch findet, soll er entweder die vorhandenen Spielräume nützen oder Gesetzesvorschläge auf den Tisch legen, um solche Fälle in Zukunft zu vermeiden. Sonst wird die Betroffenheit zur Heuchelei."
Die Abschiebungen führen zu einer manifesten Koalitionskrise. Die grüne Klubchefin Sigrid Maurer greift Nehammer an.

"Es kann sich nur um falsche Vorwürfe handeln."
Finanzminister Gernot Blümel kommt Anfang Februar zu Ohren, dass er womöglich Beschuldigter in der Causa Casinos ist.

"Jetzt kenne ich die Vorwürfe, und diese lassen sich in wenigen Worten aufklären."
Blümel hat nun Bestätigung und bleibt gelassen. Aja, am Rande bestätigt er eine Razzia.

Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger 
- © apa / Georg Hochmuth

Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger

- © apa / Georg Hochmuth

"Das geht sich nicht mehr aus, Gernot Blümel muss zurücktreten."
Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger sieht keine Alternative.

"Minister Blümel muss unverzüglich alles dazu beitragen, um die Vorwürfe zu klären."
Die grüne Klubchefin Maurer sieht schon eine Alternative.

"Es hat so viele Verfehlungen gegeben, dass ich glaube, dass es dort dringenden Änderungsbedarf gibt."
Bundeskanzler Kurz klärt auf: Die WKStA ist schuld.

"In den letzten Tagen mussten
wir leider den Eindruck gewinnen, dass die ÖVP ein gestörtes Verhältnis zur unabhängigen Justiz hat."
Die Sichtweise von Koalitionspartnerin Maurer unterscheidet sich doch grundsätzlich.

"Wehret den Anfängen."
ÖVP-Grande Franz Fischler teilt in der Causa WKStA eher die Sichtweise der Grünen.

Peter Klimek vom Complexity Science Hub Vienna (CSH) 
- © apa / Helmut Fohringer

Peter Klimek vom Complexity Science Hub Vienna (CSH)

- © apa / Helmut Fohringer

"Es ist unser Ziel, wenn irgendwie möglich, leichte Öffnungsschritte zu setzen. Es ist aber unklar, ob das Wachstum stabil bleibt, sich verlangsamt oder es sich beschleunigt."
Das Land ist im Lockdown, die Zahlen steigen, Kurz drängt dennoch auf Öffnungsschritte.

"Anscheinend ist die Strategie, das Virus mit unvorhersehbaren Öffnungsschritten zu verwirren."
Komplexitätsforscher Peter Klimek kann das nicht nachvollziehen.

"Willkürstaat!!"
Kickl will alles aufsperren.

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) 
- © apa / Herbert Neubauer

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ)

- © apa / Herbert Neubauer

"Wir können von der Bevölkerung nicht verlangen, monatelang eingesperrt zu bleiben."
Auch Wiens Stadtrat Peter Hacker ersehnt die Öffnungen.

"Ich mag Home-Office nicht sehr."
Van der Bellen detto.

"Auch ich wäre gerne in einem Schanigarten gesessen. Aber es ist nicht die Zeit für Öffnungen."
Gesundheitsminister Rudolf Anschober erteilt eine Absage.

"Die Lage ist sehr ernst. Ich hoffe, dass das ausreichen wird."
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig verlängert den Lockdown bis weit in den April hinein.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) trat am 13. April 2021 zurück. 
- © apa / Roland Schlager

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) trat am 13. April 2021 zurück.

- © apa / Roland Schlager

"Ich bin überarbeitet und ausgepowert."
Anschober kann nicht mehr.
Er tritt am 13. April zurück.

"Ich laufe nicht blind in die Situation hinein, und ich bin jederzeit bereit, die Stopptaste zu drücken."
Burgenlands Hans Peter Doskozil wagt sich aus dem Ost-Lockdown.

"Diese Öffnungsentscheidung geben die Zahlen auf den Intensivstationen im Burgenland überhaupt nicht her, diese Entscheidung für Öffnung ist zu früh. Er ist dafür verantwortlich zu machen."
SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner lehnt sich
bei der Entscheidung ihres Parteikollegen weit raus.

"Ich bin einer deiner Prätorianer, der keine Probleme macht, sondern löst." Thomas Schmid. - © apa / Hans Punz
"Ich bin einer deiner Prätorianer, der keine Probleme macht, sondern löst." Thomas Schmid. - © apa / Hans Punz

"Ich habe heute alles gelöscht. Bei WhatsApp. Genial!"
Thomas Schmid irrt sich.

"Bitte Vollgas geben."
Sebastian Kurz schreibt Schmid ein SMS vor einem Treffen mit dem Generalsekretär der Bischofskonferenz.

"Er war zunächst rot, dann blass, dann zittrig."
Schmid berichtet triumphal.

"Super danke vielmals!!!! Du Aufsichtsratssammler:)"
Kurz antwortet.

"Schmid ist nach seinen Skandalen untragbar und darf die staatliche Beteiligungsholding nicht mehr führen. Aber auch die Rücktritte von Kurz und Blümel werden unumgänglich sein."
FPÖ-Abgeordneter Christian Hafenecker fordert die ÖVP-Regierungsspitze geschlossen zum Rücktritt auf, Öbag-Chef Schmid sowieso.