Für 1,1 Millionen Schüler und 120.000 Lehrkräfte beginnt der Schulbetrieb nach den Weihnachtsferien am Montag mit einer weiteren "Sicherheitsphase" vorerst bis 15. Jänner. In dieser Zeit müssen sich auch bereits Geimpfte den drei vorgesehenen Corona-Tests pro Woche unterziehen.

Neu ist aber, wie im Büro von Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) der "Wiener Zeitung" erläutert wurde, dass bereits zu Beginn der kommenden Woche am Montag sowie am Dienstag Corona-Tests durchgeführt werden. Damit soll angesichts der um sich greifenden Infektionen mit der Corona-Omikronvariante der Schutz bei der Rückkehr in die Schulen erhöht werden.

Bildungsminister Polaschek nahm am Freitag die Eltern in die Pflicht: "Bitte lassen Sie ihre Kinder am Wochenende testen, bevor sie am Montag wieder in die Schule gehen." Er verwies darauf, dass die Schulkinder vor Ferienbeginn drei Antigentests für daheim bekommen haben. Auch PCR-Tests seien sinnvoll.

Mehr PCR-Tests

Kommende Woche wird die Entwicklung an den Schulen beobachtet und über etwaige weitere Maßnahmen entschieden. In den Schulen wird dreimal in der Woche getestet. Neu ist, dass ab 17. Jänner in allen Bundesländern zwei der drei Kontrollen mittels PCR-Test erfolgen sollen.

Grundsätzlich bleiben die Regeln wie vor Weihnachten für den Schulstart aufrecht. Das bedeutet, es gibt Präsenzunterricht in den Schulen. Dieser ist aber ausgesetzt: Eltern können ihre Schulkinder ohne ärztliches Attest mit Entschuldigung daheim lassen. Oberstufenschüler und Lehrer müssen im Unterricht eine FFP2-Maske tragen, bis zur Unterstufe reicht ein Mund-Nasenschutz.

Ebenfalls aufrecht bleiben die Vorschriften bei einem Corona-Fall in einer Klasse. Bei einem Fall wird der Präsenzunterricht fortgesetzt. Wird innerhalb von fünf Tagen ein weiterer Schüler positiv getestet, muss die gesamte Klasse in Heimunterricht gehen. In Quarantäne sind sie mit Ausnahme des betroffenen Schülers damit nicht automatisch.

Nach den Bund-Länder-Beratungen am Dreikönigstag zählen Lehrer zum Personal der kritischen Infrastruktur. Für Kontaktpersonen in diesen Bereichen gelten schon ab diesem Samstag, also 8. Jänner, gelockerte Quarantäneregeln. Sie können mit täglich gültigem Test und FFP2-Maske (das Tragen ist für Lehrer aber ohnehin bereits vorgeschrieben) unterrichten. Klar ist aber: Infizierte Lehrer dürfen nicht unterrichten und müssen in Quarantäne.

Weniger Quarantänefälle

Generell gilt: Wer drei Corona-Impfungen erhalten hat, gilt künftig nicht mehr als Kontaktperson und muss nicht mehr in Quarantäne. Das gilt auch für doppelt geimpfte Kinder bis zu elf Jahren sowie ältere Schüler mit drei Impfungen. Damit sind weniger Quarantänefälle zu erwarten. Das nährt aber die Sorge bei Eltern, weil auch Geimpfte das Virus in der Familie weitergeben können und befürchtet wird, dass die Ansteckungswelle verstärkt wird.

Bei der Gewerkschaftsvertretung gibt es die Sorge, dass bei weiteren Ausfällen von Lehrern in Volks-, Mittel- und Sonderschulen in Wien der Unterricht an einigen Standorten nicht fortgesetzt werden kann, auch wenn die Pädagogen den Präsenzunterricht befürworten. Der Vorsitzende des Zentralausschusses der Wiener Pflichtschullehrer, Thomas Krebs, beklagt "Defizite" bei den Behörden der Stadt Wien. Für Schulstandorte würden Ansprechpersonen bei den Gesundheitsbehörden fehlen, notwendig seien eine bessere Unterstützung der PCR-Testfirma und mehr Schulärzte.