Jetzt ist es fix: Für Schülerinnen und Schüler, die wegen der Coronaeinschränkungen des Unterrichts mit Lernschwierigkeiten kämpfen, wird es nach dem laufenden Wintersemester auch im Sommersemester 2022 zusätzliche Unterstützung geben. Insgesamt werden dafür 109 Millionen Euro bis zum Ende des Sommersemesters Anfang Juli bereitgestellt. Basis dafür ist die entsprechende Initiative, die Bildungsminister Martin Polaschek am Mittwoch im Ministerrat eingebracht hat und die der "Wiener Zeitung" vorliegt. Dazu wird die Schulsozialarbeit ausgebaut.

Nach dem Lockdown zu Beginn der Pandemie im März 2020 und dem notwendigen Heimunterricht wurden seit Jänner des Vorjahres in Summe bereits 250 Millionen Euro für Förderstunden und weitere Unterstützungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt, bilanziert das Bildungsministerium. Damit sollen nicht nur Lerndefizite während der Coronaeinschränkungen aufgeholt werden, es wurde auch die Aufstockung der Schulpsychologen um 20 Prozent in die Wege geleitet.

109 Millionen Euro liegen bereit

Die 109 Millionen Euro für das Sommersemester 2022 sollen vor allem in Förderstunden schwerpunktmäßig an bestimmte Schulen fließen. Im Ministerratsvortrag werden dabei Schulstandorte angeführt, in denen viele Schülerinnen und Schüler  mit "besonderen sozioökonomischen Herausforderungen" sind. Das sind wie schon bisher vor allem Mittelschulen und Volksschulen in Ballungsräumen wie Wien, in denen der Anteil von Kindern von Migranten und sozial schwachen Familien überproportional hoch ist. Zusätzlich 4,5 Millionen Euro werden für den Ergänzungsunterricht vor der Matura heuer ab Anfang Mai bereitgestellt.

Wegen der von Experten festgestellten psychischen Schwierigkeiten und besonderen Belastung von Kindern und Jugendlichen durch die Coronaeinschränkungen erfolgt nicht nur die Erhöhung der Zahl der Schulpsychologen. Das Gesundheitsressort hat zusätzlich 13 Millionen Euro bereits im Juli des Vorjahres freigegeben, um eine möglichst niederschwellige psychologische und therapeutische Beratung von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten. Eine Steuerungsgruppe aus Bildungs- und Gesundheitsressort sowie Bundeskanzleramt soll dafür sorgen, dass das Geld zielgerichtet eingesetzt wird.

Länder müssen Sozialarbeiter länger halten

Die Sozialarbeit in den Schulen wird in Zusammenarbeit mit den Ländern ausgebaut. Dafür werden 2022 zusätzlich laut Ministerrratsvortrag rund sieben Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Voraussetzung ist allerdings, dass sich die Länder bereiterklären, Sozialarbeiter für die Schulen "langfristig" zu halten, wie der Bildungsminister klarstellt.

Neuer Schulfonds, Geld fürs Schwimmen

Zur Förderung der Klassengemeinschaft werden darüber hinaus eigene Mittel über einen Fonds zur Verfügung gestellt. Aus diesem Fonds werden im kommenden Sommer- und im folgenden Wintersemester mehrtägige Schulveranstaltungen unterstützt, die dem Zweck von sozialen Begegnungen der Schüler und der Klassengemeinschaft dienen. Dafür werden aus dem neuen Schulfonds einmalig pro Klasse für mehrtägige Veranstaltungen mit mindestens drei Übernachtungen 500 Euro bis Ende Februar 2023 zugeschossen. Derzeit ist die Sicherheitsphase in den Schulen bis Ende Februar dieses Jahres verlängert, in der Schulveranstaltungen wie Sprachkurse oder Sportwochen grundsätzlich verboten sind.

Weitere zwölf Millionen Euro fließen in die Unterstützung von Lehrlingen. Damit soll die Vertiefung von Schlüsselqualifikationen und bei der Digitalsierung unterstützt werden. Vorbereitungskurse für die Lehrabschlussprüfung werden mit fünf Millionen Euro gefördert.

Dazu kommt schließlich eine Kampagne zur Förderung von Bewegung und Sport. So ist ein Schwerpunkt Schwimmen vorgesehen mit drei Stunden externem Schwimmunterricht in einem Schwimmbad oder bei Schwimmtagen im Zuge von Schulveranstaltungen. Damit soll der Ausfall von Schwimmunterricht durch die Schulen möglichst wettgemacht werden. Dafür sind 2022 rund fünf Millionen Euro vorgesehen.