Erst drei Tage sind seit dem Schulstart nach den Weihnachtsferien vergangen und die angeordneten und diese Woche noch vermehrten Coronatests bei Schülern und Lehrern strapazieren die Geduld der Betroffenen bereits stark. Am späten Mittwochnachmittag warteten nach übereinstimmenden Informationen der "Wiener Zeitung" Schulleiter, Lehrer, Schüler und Eltern an Pflichtschulen und Höheren Schulen vor allem in Niederösterreich und Oberösterreich noch auf den Großteil der PCR-Testergebnisse vom Dienstag. Für Donnerstag wurde daher in Schulen überlegt, zur erhöhten Sicherheit und zum Schutz vor einer Coronainfektion die rascheren, aber auch weniger zuverlässigen Antigentests zusätzlich einzusetzen.

Schon am Mittwochvormittag waren Direktorinnen und Direktoren hellhörig geworden, weil sie informiert wurden, dass aufgrund von Problemen die Testergebnisse vom Vortag erst später einlangen würden. Tatsächlich kamen dann im Laufe des Nachmittags zwar erste Ergebnisse, ein Großteil war aber weiter ausständig. So waren es an einer Linzer Pflichtschule vier Testergebnisse von 208 Schülern, wurde berichtet. "Komplettes Chaos", lautete das Resümme eines Pädagogen. Mit seiner Bewertung Chaos war er aber bei Berufskollegen keineswegs allein.

Notfalls zusätzliche Antigentests

Ähnliche Informationen langten aus anderen Pflichtsschulen in Oberösterreich ein. Warten hieß es aber auch an Höheren Schulen in Ober- wie auch in Niederösterreich. Für die Lehrkräfte bedeutete das zusätzliche Arbeit. Schon am Montag und Dienstag waren vom Bildungsministerium an jedem Tag Coronatests angeordnet worden, um die Ausbreitung des Coronavirus in Schulen nach der Rückkehr aus den Weihnachtsferien möglichst zu verhindern. Bereits am Mittwoch ist dann an einzelnen Schulen von Direktoren zusätzlich noch ein Antigentest überlegt worden, um zumindest irgendein Testergebnis zu haben.

Sollten die PCR-Testergebnisse nicht in der Nacht auf Donnerstag eintreffen, wollten Schuldirektoren zusätzlich jedenfalls nochmals Antigentests vor Unterrichtsbeginn durchführen, um den Schutz von Schülern und Lehrern zu erhöhen, auch wenn die rascher auswertbaren Antigenschnelltests gerade bei der Omikronvariante unsicherer sind. In Niederösterreich wurde etwa an einem Schulstandort noch auf mehr als drei Viertel der PCR-Testergebnisse gewartet. Einzig der Umstand, dass Schulleitungen und Lehrer nach fast zwei Jahren Ausnahmezustand wegen der Pandemie und wegen der vielen Tests seit dem Beginn des heurigen Schuljahres derartige Probleme schon beinahe gewöhnt sind, dämpfte den Unmut.

Überall zwei PCR-Tests ab Montag

Diese Verzögerungen und Vorkommnisse erhöhen die Spannung vor der zweiten Schulwoche nach den Weihnachtsferien. Denn ab Montag, 17. Jänner, hat Bildungsminister Martin Polaschek in allen Bundesländern zwei PCR-Tests angekündigt. Bisher war nur einer von drei Tests pro Woche - außerhalb von Wien - mittels PCR-Test vorgeschrieben. Das bedeutet freilich auch: es müssen dann jeweils 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler, 120.000 Lehrer und Schulleiter sowie Verwaltungspersonal nicht nur getestet, sondern die PCR-Testergebnisse sollten auch rasch ausgewertet werden. Sonst kann man infizierte Schüler oder Lehrer nicht rechtzeitig vor dem weiteren Schulbesuch absondern.