Es kann vorkommen, dass lauter Jazz aus dem oberen Stockwerk dringt, wenn Michael Landsiedl die Haustüre zum Büro in der Drahtwarenhandlung im 7. Bezirk in Wien aufsperrt. Landsiedl weiß dann, dass sein Kollege und Freund aus Schulzeiten, Nikolas - genannt Niki - Popper, schon am Arbeiten ist und ihm danach war, Marcus Miller oder Miles Davis aufzulegen. Auf Vinyl, versteht sich. In den vergangenen zwei Jahren hat der 47-jährige viel Zeit in der Drahtwarenhandlung verbracht. Sehr viel Zeit.

Er ist einer derjenigen, die versuchen, den Verlauf der Pandemie am Computer zu modellieren und zu simulieren. Außerdem ist er als ehemaliger ORF-Journalist ein scharfsinniger Kommunikator, der der Öffentlichkeit unermüdlich die Ergebnisse seiner Wissenschaft in verschiedenen Tonlagen vermitteln kann: Von heiter bis trüb, aber nie wolkig.

Kunstsinn und Mathematik müssen kein Gegensatz sein. - © Thomas Seifert
Kunstsinn und Mathematik müssen kein Gegensatz sein. - © Thomas Seifert

Seine Jazz-Leidenschaft - er spielte als Schüler und Student Klarinette und Saxofon - kommt ihm in beiden Fällen entgegen: Spontaneität und Improvisationsgabe ist eine nicht zu unterschätzende Gabe in seinem Metier. Erst am Dienstag dieser Woche konnten sich die Zuseherinnen und Zuseher der ZiB2 von der Schlagfertigkeit Poppers überzeugen. Armin Wolf fragte Popper, warum die Infektionszahlen am Dienstag weniger waren als von ihm "für Mitte der Woche erwartet". Popper darauf trocken: "Wir haben die Mitte der Woche noch nicht erreicht und werden noch sehen, dass wir im Laufe der Woche noch über die Zahlen vom November kommen."

Nach einem Auftritt beim Kabarettisten Michael Niavarani im Theater im Park sagt ihm Niavaranis Manager, Georg Hoanzl, dass bei Poppers Wortmeldungen "das Timing stimmt", bei Jam-Sessions lernt man das Gespür für sowas. Beim Jazz improvisiert man, da gibt es keine Partitur, auf die man sich verlassen könnte, es braucht ein Gefühl, was als Nächstes passieren könnte. "Improvisieren ist eine schöne Sache, aber das klingt, als ob das so einfach wäre. Dabei steckt da sehr, sehr viel Arbeit dahinter, denn da pflegen viele Menschen jeden Tag Daten und Studienergebnisse ein, validieren und verifizieren das Modell ständig und ich kann dann drüber mein Solo spielen", sagt Popper.

Dass der ganze Prozess hochkomplex ist, versteht sich von selbst. Eine Myriade von Variablen fließt zum Beispiel in das Covid-19-Modell ein, bei dem sich zudem ständig - wie sich jetzt in der Omikron-Welle wieder zeigt - die Versuchsanordnung ändert. Annahmen, die man vor einigen Wochen traf, sind plötzlich obsolet, weil die Omikron-Mutationsvariante des Sars-Co-V-2-Virus sich viel effizienter verbreitet als die Varianten davor.

Als wären das nicht schon genug Unsicherheitsfaktoren, schwanken auch die Mobilitätsdaten in der Bevölkerung ständig. Noch schwieriger ist es, die größer werdende Pandemiemüdigkeit von Bevölkerung und Politik in Zahlen und Formeln zu gießen.

Es ist also alles recht kompliziert, wer möchte schon Simulations-Modellierer sein in diesen Tagen, in denen die Omikron-Welle beginnt sich aufzutürmen wie die Monsterwellen in der Bucht von Nazaré und in denen die Politik Prognosen erwartet, die aufgrund einer sehr komplexen Datenlage und hohen Unsicherheitsfaktoren sehr schwer zu treffen sind.

Niki Popper und sein Team von dwh (dwh steht für Drahtwarenhandlung, ist aber genaugenommen eine andere GmbH) versuchen es dennoch: Dazu verwenden sie ein sogenanntes agentenbasiertes COVID-19-Simulationsmodell, in dem demografische und regionale Daten auf mikroskopischem Level abgebildet sind. Für jede und jeden der 8,917 Millionen Einwohner Österreichs wird im Computer eine Art virtuelle Person erschaffen, die sich möglichst ähnlich verhält wie Menschen in der realen Welt das tun würden. Die für ihre Simulation benötigten Daten kommen von Infektiologen, Statistikern und Virologen. Die Daten des dwh-Teams rund um Popper fließen jedenfalls in die Vorausschau des Prognosekonsortiums ein. Wie auch Simulationen aus weiteren Prognosemodellen - aus einem SIR-X-Modell oder einem State Space Modell.

Für das agentenbasierte Modell braucht das dwh-Team eine Menge an Daten: Wie viele Kontakte haben die einzelnen simulierten "Personen"? In welchem Kontext finden diese Kontakte statt: Am Arbeitsplatz? In der Schule? Im Haushalt? In der Freizeit? Welche Eigenschaften hat die Virusvariante, die gerade zirkuliert, wie schnell breitet sie sich in den einzelnen Bevölkerungsgruppen, in den Altersschichten und in den unterschiedlichen Regionen aus? Welche unterschiedlichen Krankheitsverläufe sind zu beobachten? Wie lange dauert es von einer Infektion bis zur Genesung oder bis zum Tod? Wie beeinflussen die unterschiedlichen Interventionsmaßnahmen das Infektionsgeschehen, von der Kontaktreduktion über Maskentragen, Impfungen, Contact-Tracing und Hygiene-Maßnahmen?

Aus den Antworten auf all diese Fragen errechnet Poppers Team dann die neuesten Covid-Prognosen. Die aktuelle Lage schätzt Popper als sehr schwierig ein. Und zwar sowohl bezüglich der Dynamik der Pandemie, deren Spielregeln sich im Moment gerade ändern, wie auch für die Menschen im Land. Es ist verständlich, dass die Menschen müde sind."

Popper und seine Kolleginnen und Kollegen von dwh kommt zugute, dass sie auf einen Erfahrungsschatz von 15 Jahren zurückgreifen können, wie man mit Gesundheitsdaten modelliert: Sie haben in der Vergangenheit ein Modell für den Impfschutz der Pneumokokken-Impfung programmiert und Modelle zur Ausbreitung von Influenza gerechnet. Schon Mitte Jänner 2020 - weniger als drei Wochen, nachdem der Ausbruch der Pandemie in Wuhan bekannt wurde - begann dwh, ihr Modell auf das Coronavirus zu adaptieren.

Ihre Methode liefert erstaunlich genaue Prognosen, wobei Popper stets betont, dass sie diese Prognosen gar nicht als ihre Kernaufgabe sehen, sondern sie wollen "der Politik mit ihrer Simulation ein Instrument in die Hand geben, die den Entscheidungsträgern hilft, abzuschätzen, welche Entwicklungen und Interventionen welche Effekte generieren."

Popper sieht seine eigene Rolle dabei mit Humor: "Ich gebe zwar den lustigen Erklärbären, der im Rampenlicht steht, aber die Simulation ist ein Teamsport, wir diskutieren stundenlang und ich halte meine Kolleginnen und Kollegen ständig mit Fragen vom Arbeiten ab." Das Covid-19-Team bei dwh ist im Laufe der Zeit immer größer geworden, sagt Popper: Claire Rippinger und Martin Bicher arbeiten unter anderem an den Prognosen fürs Konsortium. Christoph Urach, Dominik Brunmeir rechnen Szenarien und Ressourcenplanung für Bundesländer, Melanie Zechmeister baut das Impfmodell und analysiert Daten, Nadine Weibrecht macht Datananalysetools und Interfaces, Stefan Emrich erklärt Modelle. "Ich programmiere keine Zeile mehr selbst, das ist auch nicht mein Job. Mein Job ist es, das abstrakte Modell im Kopf zu haben und die Validierung mit der Realität umzusetzen. In mein Team brauche ich größtes Vertrauen, denn sie verifizieren ob der Code das Modell exakt abbildet", sagt Popper.

Und wenn Fehler passieren? "Kann vorkommen", sagt Popper, "dass plötzlich jemand sagt, huh, da ist jetzt aber etwas komisch an den Zahlen. Und jemand anderer runzelt dann vielleicht die Stirn und sagt, pah, ich hab’s gefunden, Scheiße, die Kalibrierung war im Kübel."

Was ist am wichtigsten bei der Arbeit mit Simulationsmodellen? "Dass man immer die Limitationen der eigenen Simulation bedenkt - never fall in love with your own model", sagt Niki Popper.

Kristallisationspunkt Drahtwarenhandlung

- © Illustration: Niki Popper
© Illustration: Niki Popper

Wenn man Niki Popper ein wenig kennenlernen will, dann besucht man ihn nicht an der TU Wien sondern am besten dort, von wo manchmal Jazz auf die Straße dringt, in seinem ausgelagerten Büro, der Drahtwarenhandlung, das gleichzeitig ein Lokal ist, in dem er als Mitbetreiber fungiert.

Popper sitzt auf einem Plastiksessel vor Werbeplakaten für Ausstellungen in der Albertina, im Mumok und dem Leopold-Museum. Auf dem Fensterbrett und im Regal stapeln sich Magazine und Zeitschriften: "Datum", "Spiegel Wissen", "Südwind", "ballesterer", "brand eins", "Zeit Wissen". Der obere Regalteil ist voller Kochbücher, eine Reise durch das Reich der Kochkunst: "Kulinaria Karibik" neben "Europas Meisterköche bitten zu Tisch", "Kärnten kocht" neben "Der Club der Bäuche - ein gastronomischer Führer durch Paris".

Er bespricht sich gerade mit der Autorin Ursel Nendzig, mit der er am Buch "Ich simuliere nur!" arbeitet, das im Mai erscheinen soll. Die beiden diskutieren über Buchkapitel, es fallen Vokabel wie "Implementation", "Integration", "Kalibrierung", "Validierung", "Parametrierung", am Ende soll aber nicht das Fachchinesisch im Mittelpunk stehen, sondern ein lehrreiches und unterhaltsames Buch vorliegen. Das Cover ist bereits fertig, es zeigt Popper, wie er mit aufgekrempelten Ärmeln und vor der Brust überkreuzten Armen dasteht, die Haare wirr, der Bart am Kinn schon angegraut, er sieht ein wenig aus wie der jüngere Bruder des Kabarettisten Michael Niavarani, Version verrückter Professor.

"Dass er so wahrgenommen wird, findet er witzig", sagt Autorin Nendzig, "er ist aber nicht der nutty Professor, dafür hat er alles zu sehr im Blick und unter Kontrolle", sagt sie.

"Niki ist definitiv kein monomanischer Zahlennerd", befindet Julia Rüdiger, langjährige Partnerin von Niki Popper und Mutter der gemeinsamen zwei Kinder. Die beiden sind heute kein Paar mehr, aber einander weiter freundschaftlich verbunden, kümmern sich gemeinsam um die Kinder und einen Hund, der Teil der Patchwork-Familie ist: "Das ist unser aller Therapiehund. Dieses Wesen, das sich nicht im Geringsten dafür interessiert, ob man im Fernsehen auftritt und dort etwas Schlaues oder weniger Schlaues gesagt hat", sagt Julia Rüdiger.

Rüdiger ist Assistenzprofessorin für Architekturgeschichte an der katholischen Privatuniversität Linz und nennt Poppers Facettenreichtum und seine soziale Kompetenz als wichtige Komponenten seiner Persönlichkeit. Er sei konsensorientiert, verbindlich, ein guter Netzwerker und investiert in stabile Beziehungen - die meisten Menschen, mit denen er eng zusammenarbeitet, kennt er schon aus seiner Studien- und sogar Schulzeit.

"Es ist wichtig, dass man sich nicht einseitig bildet", sagt Popper, "ich habe mich für das Mathematik-Studium entschieden, weil der Wunsch da war, die Welt zu verstehen. Also habe ich mir ein Studium gesucht, von dem ich angenommen habe, dass es mir dieses Weltverständnis bietet. In Wahrheit funktioniert das natürlich nicht, aber mit dem Streben danach verbringt man dann eben sein Leben."

Nikolas "Niki" Popper sitzt vor dem Covid- Simulationsbildschirm. - © apa / Herbert Neubauer
Nikolas "Niki" Popper sitzt vor dem Covid- Simulationsbildschirm. - © apa / Herbert Neubauer

Popper wurde diese Vielseitigkeit in die Wiege gelegt: Die konkrete, belastbare, harte Realität der Naturwissenschaft, aber auch der weiche Flausch der schönen Künste und der wattigen Geisteswelten.

Die Mutter ist Chemikerin, kunstsinnig, mit einem Faible für Eleganz, Möbel, extravagante Mode. Sie würde gut in ein Klimt-Frauenporträt passen, sagt jemand, der sie kennt. Vater Georg Popper hat zuerst Bühnenbild an der Akademie der bildenden Künste studiert, bevor er ins Fach der Architektur wechselte und sein späteres Leben lang Gebäude plante.

Sein sieben Jahre älterer Bruder Alexander Popper, der Supervision anbietet und besonders gerne mit Senioren arbeitet, beschreibt die elterliche Wohnung als ein kleines, privates Museum, eine Mischung moderner und Ethno-Kunst. Niki und Alexander wuchsen zwischen Möbel-Antiquitäten, afrikanischen Skulpturen, chinesischem Porzellan, afrikanischen Masken, modernen Gemälden, japanischen Farbholzschnitt-Druckgrafiken und edlen Teppichen auf. Vater Georg begann in der Pension zu malen und Alexander, dem Niki früher für Aquarell und Ölkreide-Porträts Modell saß, malt auch heute noch mit Leidenschaft.

- © Illustration: Niki Popper
© Illustration: Niki Popper

Alexander hat Niki schon als Kind gefordert, bei Autofahrten auf dem Rücksitz des elterlichen Gefährts stellte er ihm kleine Mathematik-Rätsel, "das hat mir sehr getaugt", sagt Niki Popper. Als er 16 Jahre alt war, schenkte der Ältere dem Jüngeren das dichterisch-philosophische Buch "Also sprach Zarathustra" von Friedrich Nietzsche. Er hat das damals "überhaupt nicht verstanden", erzählt Popper und schildert die Szene, wie er im Herbst - die Blätter an den Bäumen waren bereits bunt - bei einem Schulausflug im Zoo war, "dort habe ich Klassenkameraden mit dem Buchrücken Kastanien wie beim Tischtennis zugespielt." "Fünf Jahre später nimmst Du das Buch dann nochmal in die Hand und denkst Dir: Aha, das ist jetzt aber ein völlig anderes Buch und ahnst schon, dass es wieder fünf Jahre später wieder ein anderes Buch sein wird." Seine Lektion: Man kann die Welt immer besser verstehen, aber ganz begreifen kann man sie nie. Nachsatz: "Man braucht nicht zu glauben, dass man die Weisheit mit dem Löffel gefressen hat."

Atari-Computer, Craft-Bier und Kochleidenschaft

Mit 14 Jahren entdeckte Niki Popper den damals sehr populären Atari-Heimcomputer für sich. Ungefähr zur selben Zeit bekam er in der Schule einen neuen Banknachbarn: Michael Landsiedl. Die beiden experimentieren neben dem Herumspielen am Computer jede Menge herum. Gemeinsam begannen sie, Bier zu brauen, sie schnorren dazu extra Hopfen und Malz aus der Ottakringer Brauerei. "Über den Geschmack lässt sich vielleicht streiten, aber wir waren damals stolz wie Oskar", erzählt Landsiedl. Die beiden brachten sich das Fotografieren bei, haben eine Dunkelkammer eingerichtet, Fotokalender für ihre kleine Brauerei gestaltet und Etiketten für ihre Craft-Bier-Marke "Maulwurf" entworfen.

1993 inskribierte Popper Technische Mathematik an der TU Wien, für die Nebenfächer Jazztheorie und Philosophie reichte irgendwann die Zeit nicht mehr. Gegen Ende des Studiums ging es 1999 zum ORF, wo er die Papstwahl oder die Kaprun-Katastrophe in 3D-Modellen visualisierte, bevor er mit TV-Produktionen und ersten Simulationsmodellen den Weg in die Selbstständigkeit einschlug und 2004 gemeinsam mit Michael Landsiedl, die Idee zu einem eigenen Büro hatte, das "anders" sein sollte. Landsiedl und Popper begaben sich auf die Suche nach einem Büro, das gleichzeitig ein sozialer Raum sein sollte. Dort sollte Arbeit, Freizeit, Kochen, Essen, Trinken, Musik, Freunde, Familie und das gute Leben gleichberechtigt existieren.

Katharina Reich und Niki Popper bei einem Corona-Gipfel. - © picturedesk / Georges Schneider
Katharina Reich und Niki Popper bei einem Corona-Gipfel. - © picturedesk / Georges Schneider

Popper entwickelte schon während der Studienzeit eine Leidenschaft fürs Kochen, verköstigte gemeinsam mit Freunden 40-köpfige Runden. Popper probierte Fusionküche, schon die Suppengerichte, die auf den Tisch kamen, waren recht aufwendig. "Da durfte man auf gar keinen Fall hungrig hinkommen, die Zubereitung hat ja ewig gedauert, es gab fünf oder sechs Gänge, die Zutaten und Speisen waren liebevoll ausgesucht", sagt Julia Rüdiger, die 1999 auf einem dieser Essen - mit 21 Jahren gerade frisch in Wien angekommen - Niki Popper kennengelernt hat.

Nach einigem Suchen fanden Landsiedl und Popper im Jahr 2004 die Drahtwarenhandlung, ein seit sieben Jahren leerstehendes Geschäftslokal, "das war eine Bruchbude", sagt Landsiedl. Dafür war die Miete erschwinglich und nach der Sanierung war die Drahtwarenhandlung der Dreh- und Angelpunkt in Niki Poppers Leben. Die Menschen, mit denen Popper zusammenarbeitet, sind schon seit vielen Jahren bei der Drahtwarenhandlung dabei, im Lokal wurden und werden Filme und Visualisierungen fürs Fernsehen produziert, Simulationen gerechnet. Hinten im Lokal findet sich eine Schank, wo man frisches Bier zapfen kann, es gibt Wein und Hochprozentiges und es wird regelmäßig gekocht. Hier finden in Nicht-Corona-Zeiten Geburtstage für die Kinder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Firmenparties und Feste statt. Seit der Pandemie ist das Lokal freilich in den Hintergrund getreten. In der Drahtwarenhandlung wuchsen seine Kinder auf. Das erste Kind von Popper und Julia Rüdiger war ein echtes "Partykind". Rüdiger sagt, das zweite wollte als es klein war um 19:00 Uhr, wenn es müde wurde, nach Hause. Jetzt sind beide Stammgäste zu jeder Tages- und Abendszeit. "Jedenfalls gab und gibt es in der Drahtwarenhandlung "tonnenweise Spielzeug, der Arbeitsplatz ist dort vom Rest des Lebens nicht so abgetrennt, das ist eine Gesamtkonstruktion, ein Mikrokosmos", sagt Rüdiger.

Die Kinder haben offenbar die Atmosphäre damals in der Drahtwarenhandlung aufgesogen: Zu Beginn der Pandemie spielte der damals 10-jährige Sohn auf einem Stratego-Brett und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spielfiguren den Epidemieverlauf nach. Wer ist infiziert? Wer ist noch nicht infiziert oder wieder genesen? Der stolze Vater freute sich. Und pries auf Twitter den "erfolgreich schlechten Einfluss", den er ausgeübt hat.