Nach Verzögerungen und teils falsch zugeordneten PCR-Testergebnissen in der Vorwoche sind die Schwierigkeiten um die Coronatests außerhalb Wiens offenkundig immer noch nicht endgültig beseitigt. Deswegen wurden die Schuldirektorinnen und -direktoren am Freitag über eine Notmaßnahme informiert. Auch in der kommenden Woche wird es für Schüler und Lehrkräfte in den Schulen in den acht Bundesländern außerhalb Wiens nur einen PCR-Test geben, geht aus einem Schreiben, das der "Wiener Zeitung" vorliegt, hervor. Ursprünglich waren vom Bildungsministerium schon ab 17. Jänner zwei PCR-Tests pro Woche angekündigt worden.

Nach den Weihnachtsferien gab es für einen neuen Anbieter, die Bietergemeinschaft ARGE für molekulare Diagnostik, nach einem Ausschreibungsverfahren den Zuschlag für diese Tests. Das von Martin Polaschek geführte Bildungsministerium drohte aber bereits Ende der Vorwoche mit rechtlichen Schritten, nachdem es tage- und stundenlange Verzögerungen bei der Auswertung der Untersuchungen gegeben hatte. In den Informationen an die Schulleitungen wurde vom Bildungsministerium nun ausdrücklich daran erinnert, dass mit dem Auftragnehmer vertraglich zwei PCR-Tests pro Woche und Bundesland vereinbart worden seien. Das wären jedesmal bis zu rund 800.000 Tests.

Tests gestaffelt in den Bundesländern

Zur Bewältigung der Probleme wird jetzt die Notbremse gezogen. Der Auftragnehmer habe angekündigt, an einem Tag einen PCR-Test pro Woche und Schule durchzuführen, ist in der Information an die Direktoren angeführt. Außerdem werden die Testtage in den acht Bundesländern gestaffelt: die Schulen in der Steiermark und Salzburg sind am Montag, 24. Jänner, an der Reihe. Am Dienstag folgen die Schulen in Niederösterreich, am Mittwoch Oberösterreich und das Burgenland, am Donnerstag schließlich Kärnten, Tirol und Vorarlberg. In Wien, wo die PCR-Tests schon seit Monaten von Lifebrain durchgeführt werden, bleibt es bei zwei Tests.

Weiter Antigentests als Ersatz

Die Schulleiter in den acht Bundesländern werden angehalten, als Ersatz Antigentests durchzuführen. Diese liefern zwar rasch Testergebnisse, gelten aber als weniger zuverlässig, speziell auch bei der sich ausbreitenden Omikron-Coronavariante. "Alte" PCR-Tests sollten nicht mehr verwendet werden, wird in dem Schreiben an die Direktorinnen und Direktoren außerhalb Wiens empfohlen. Unbenützte Testprodukte sollten zurückgeschickt werden.

1.800 Klassen im Distance Learning

An den österreichischen Schulen sind mittlerweile rund 1.800 Klassen aufgrund gehäufter Corona-Infektionen im Distance Learning. Das entspricht in etwa einer Verdoppelung gegenüber dem Wochenbeginn. Seit Mittwoch gab es allerdings nur mehr einen Zuwachs von 300 Klassen. Laut Bildungsministerium ist aber derzeit kein einziger Standort komplett geschlossen, hieß es auf APA-Anfrage.

Derzeit wird bei einem einzigen Fall in einer Klasse weiter in Präsenz unterrichtet, allerdings müssen die übrigen Kinder dann fünf Tage lang täglich getestet werden. Tritt innerhalb von drei Tagen ein weiterer Corona-Fall in dieser Klasse auf, wird auf Distance Learning umgestellt.