Mit dem Projekt würden alle Voraussetzungen geschaffen, die Kernkompetenzen des Landes Oberösterreich bei Bildung und Innovation zu stärken. Der ehemalige Präsident der Bundeswirtschaftskammer, Christoph Leitl, freute sich am Montag über die Weichenstellung für eine eigene Technische Universität (TU) in Oberösterreich. Linz steht nunmehr als Standort fest. Im Laufe des Frühjahrs soll die gesetzliche Grundlage im Parlament für die auf Digitalisierung spezialisierte TU geschaffen werden, hat bereits am Freitag Bildungsminister Martin Polaschek mit Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) angekündigt.

Das Ziel ist mehr als ambitioniert. Denn im Vollausbau sollen 5000 Studierende die Lehre an der TU Oberösterreich nützen. Sie wird nun am Standort der Johannes-Kepler-Universität, also der Linzer Uni im Stadtteil Auhof nördlich der Donau errichtet. Der Studienbetrieb ist zwar für 2023/24 vorgesehen, der Vollbetrieb jedoch erst ein Jahr später.

Leitl rief am Montag als Präsident der Initiative Wirtschaftsstandort Oberösterreich (IWS)  dazu auf, das am Freitag vorgestellte Konzept rasch umzusetzen. Unterstützung kam vom langjährigen Leiter des Softwareparks Hagenberg im Mühlviertel, Bruno Buchberger, für den das Konzept ein "guter Wurf" ist.

Englisch wird Arbeitssprache

Das Konzept sieht für den Schwerpunkt Digitalisierung ein Bachelorstudium vor, wobei in den ersten drei Semestern alle Studierenden die Grundlagen der Digitalsierung erlernen sollen. Daran schließt eine Spezialisierung auf die Studienrichtungen Digital Creativity, Entrepreneurship, Systems und Engeneering vor. Arbeitssprache ist Englisch.

Im Zeitplan steht nun zunächst die Schaffung der gesetzlichen Basis auf dem Programm, weil es sich bei der TU in Linz um eine Universität neuen Typs handelt, die es in dieser Form in Österreich noch nicht gibt. Am entsprechenden Errichtungsgesetz wird gearbeitet, es soll  bis zum Sommer dieses Jahres in Kraft treten.

Von der Chefin der Universitätenkonferenz (Uniko), der Rektorin der Technischen Universität Wien, Sabine Seidler, hatte es an den überraschend noch unter Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz angekündigten Plänen für eine TU in Linz heftige Kritik gegeben. Das Projekt ist aber jetzt - offenkundig auch wegen früherer Zusagen an Landeshauptmann Stelzer - auf Schiene. 

Polaschek: Bedeutende Entwicklung

Bildungsminister Polaschek, der das Vorhaben bei seiner Amtsübernahme im Dezember des Vorjahres geerbt hat, sieht nun darin "eines der bedeutendsten wissenschaftspolitischen Entwicklungsprojekte der letzten Jahren in Österreich". Landeshauptmann Stelzer unterstrich: "Als Hochtechnologieland haben wir auch die besten Voraussetzungen,  neue Arbeitsplätze, Gründungen sowie Betriebsansiedlungen in diesem Zukunftsbereich zu schaffen." Die TU in Linz solle künftig ein "Leuchtturm für ganz Österreich" werden. (ett).