Es ist ein Schritt auf dem Weg zur einer umfassenden Pflegereform. Für Gemeinden gibt es erfreuliche Post. An 123 Kommunen hat Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Dienstag die Information über Fördermittel zur Beschäftigung sogenannter Community nurses, versandt. Das ist Pflegepersonal, das in den Kommunen zentrale Anlauf- und Beratungsstelle für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen im Einsatz sein wird.

190 Community nurses umgerechnet in Vollzeitarbeitskräfte werden bei 123 Pilotprojekten zum Einsatz kommen. 54,2 Millionen Euro stehen dafür aus EU-Mitteln zur Verfügung.

Die jeweiligen Gemeinden erhalten jetzt die Förderverträge. Nach der Unterfertigung der Verträge kann die Tätigkeit der Community nurses beginnen, wurde der "Wiener Zeitung" im Gesundheitsministerium erklärt. Mückstein hat die anlaufende Umsetzung zuvor im ORF-Radio angekündigt. Es wird künftig dabei auch Pflegepersonal, das bereits bisher in Gemeinden tätig war, in Hinkunft als Community nurses, eingesetzt werden können.

Maximal 80 Prozent der Personalkosten gefördert

Gesetzlich sind die Weichen für die neue Form des Pflegepersonals bereits Mitte des Vorjahres von der türkis-grünen Koalition im Nationalrat gestellt worden. Städte, Gemeinden und Sozialhilfeverbände konnten bis Dezember des Vorjahres Projekte anmelden. Von diesen gibt es nun für 123 Förderverträge. Die Laufzeit der Pilotprojekte ist von heuer bis 2024.

Die Obergrenze liegt bei 100.000 Euro pro Jahr und Vollzeitkraft. Nach Auskunft des Gesundheitsressorts werden maximal 80 Prozent der Personalkosten und maximal 20 Prozent an Sachkosten gefördert werden. Denn es werden auch 93 E-Autos und 40 E-Bikes gefördert, damit das neue Pflegepersonal in den Kommunen auch umweltfreundlich unterwegs ist.

"Mich freut das große Interesse an unseren Pilotprojekten. Das bestätigt mir, dass wir hier einen wichtigen Punkt getroffen haben. Ziel muss immer sein, Menschen mit Pflegebedarf und deren Angehörigen gut zu unterstützen", betonte Gesundheitsminister Mückstein.