Wer in besonders belastenden Berufen tätig ist, hat die Möglichkeit, mit der Schwerarbeiterregelung ab 60 in Frühpension zu gehen. Nach der von der türkis-grünen Bundesregierung ab 2023 angekündigten Aufnahme der Justizwachebeamten in diese Regelung, drängt die SPÖ darauf, die Schwerarbeiterpension auch verstärkt für Pflegekräfte zugänglich zu machen und die Voraussetzungen dafür zu ändern, damit auch weibliche Pflegekräfte diese mehr in Anspruch nehmen können.

"Pflege ist Schwerstarbeit - körperlich und psychisch", begründet SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner das Ansinnen. "Es ist höchste Zeit, diesen wichtigen Einsatz für unsere Gemeinschaft endlich anzuerkennen und Pflegekräfte zu entlasten", meinte sie am Mittwoch. Pflegekräfte sollten daher mit 60 Jahren in Pension gehen können. Denn viele können diese schwere Arbeit nicht bis zum Alter von 65 leisten.

Lange Versicherungszeit als Hürde

Die Schwerarbeiterregelung gibt es seit 2007, unter anderen kann sie auch von Polizisten und Soldaten in Anspruch genommen werden. Für Gesundheits- und Krankenpfleger ist die Schwerarbeiterpension hingegen praktisch kaum zugänglich. Sowohl die Definition von Schwerarbeit als auch die vorausgesetzten - nicht zu erreichenden - Versicherungsjahre bilden bisher eine Hürde. Zudem seien, so betont die SPÖ, rund 85 Prozent der Pflegekräfte Frauen, bei denen das reguläre Pensionalter mit Ausnahme der Beamtinnen bei 60 Jahren liegen.

Aber mit dem sukzessiven Anstieg des Frauenpensionsantrittsalters ab 2024 wird sich das ändern. Immer mehr Pflegekräfte müssten dann länger als bis zum 60. Lebensjahr in Beschäftigung sein. Gesetzliche Voraussetzung für die Schwerarbeitspension vorzeitig ab 60 sind mindestens 45 Versicherungsjahre, wobei innerhalb der letzten 20 Kalenderjahre vor dem Pensionsstichtag mindestens zehn Schwerarbeitsjahre geleistet werden mussten. Dabei werden Ausbildung und Praxiszeiten nicht angerechnet - 45 Versicherungsjahre seien derzeit daher nicht zu erreichen. Die SPÖ fordert, dass diese Ausbildungszeiten - wie zum Beispiel Lehrzeiten in anderen Berufen - angerechnet werden.

Die Sozialdemokraten bekräftigen zudem die Forderung nach einem Ausbildungsgehalt für Neueinsteiger von 1.700 Euro brutto. Dazu solle esa auch einen Bonus für Berufsumsteiger (500 Euro im Monat zusätzlich zum Arbeitslosengeld), eine Verdoppelung der Ausbildungsplätze, eine kostenlose Pflegeausbildung und attraktivere Arbeitsbedingungen wie etwa eine 6. Urlaubswoche. (red./apa)