Rund ein Drittel aller 13.365 Menschen in Österreich, die in den Jahren 2020 und 2021 wegen einer Corona-Erkrankung verstorben sind, lebten in Pflege- und Altenheimen, nämlich 4.237. Daten aus dem Gesundheitsministerium und der Statistik Austria deuten aber darauf hin, dass die Corona-Impfungen ab Anfang 2021 den Anteil der Corona-Todesfälle in Heimen deutlich verringert haben. 2020 waren es noch 42 Prozent, im Vorjahr dann 23 Prozent, also ein knappes Viertel.

Auch wenn die türkis-grüne Bundesregierung für Samstag bereits weitere Lockerungen der Corona-Einschränkungen festgelegt hat, hält die Omikron-Coronawelle an. Mit 38.309 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind in Österreich am Mittwoch wieder deutlich mehr Fälle als im Tagesschnitt der abgelaufenen Woche verzeichnet worden. Dieser liegt derzeit bei 32.677.

Für das Covid-Prognose-Konsortium ist in der aktuellen, von der Omikron-Variante geprägten fünften Corona-Welle eine "vorübergehende Plateauphase" erreicht. In ihrer wöchentlichen Vorschau rechnen die Experten vorerst nicht unbedingt mit einem weiteren Anstieg bei den Fallzahlen.

Fast 3000 Todesfälle in Heimen in drei Monaten

Was die Todesfälle in Alten- und Pflegeheimen betrifft, stammen Zahlen aus der Antwort von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) auf eine parlamentarische Anfrage der Neos. Am höchsten war die Zahl der Covid-Toten in österreichischen Pflegeheimen von November 2020 bis Jänner 2021, also kurz bevor die Bewohnerinnen und Bewohner in breiter Form die Corona-Impfung erhielten. Insgesamt 2.984 Pflegeheimbewohner starben allein in diesen drei Monaten. Der Anteil der Pflegeheimbewohner an den Covid-Toten variiert auch je nach Bundesland stark: im Jahr 2021 von 14 Prozent in Kärnten bis zu 46 Prozent in Tirol.

Die der "Wiener Zeitung" vorliegenden wöchentlichen Daten der Statistik Austria in Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen weisen auf einen Knick in den Wochen rund um den Jahreswechsel 2020/21 hin, wodurch prozentuelle Anteil der Todesfälle bei Pflegeheimbewohnern kleiner wurde. So wird für die Woche von 7. bis 13. Dezember zum Höhepunkt der zweiten Welle ein Anteil von 35,8 Prozent der Heimbewohnern an allen Corona-Todesfällen angegeben. Vor einem Jahr lag der Anteil zwischen 8. und 14. Februar bei 26,4 Prozent, von 12. bis 18. April 2021 dann bei 20,6 Prozent.

Zum Vergleich: In der ersten Jännerwoche dieses Jahres betrug der Anteil von Pflegeheimbewohnern allen Corona-Todesfällen in Österreich 21 Prozent. Die noch vorläufigen Werte für die beiden folgenden Wochen von 10. bis 16. Jänner und von 17. bis 23. Jänner 2022 lagen bei 18,6 beziehungsweise 18,8 Prozent. Demnach kam noch knapp ein Fünftel aller Corona-Todesfälle aus Pflegeheimen. Aktuell liegt die Zahl der Corona-Toten seit dem Ausbruch der Pandemie bei 14.239. Dabei sind bis Mittwoch innerhalb von 24 Stunden 22 Tote dazugekommen.

Prognosen bis maximal 45.000 Neuinfektionen

Was die weitere allgemeine Entwicklung betrifft, ist die angegebene Schwankungsbreite des Prognse-Corsortiums bei den Einschätzungen der Infektionszahlen allerdings beträchtlich. So liegt das Konfidenzintervall bei den für kommenden Mittwoch (16. Februar) erwarteten Neuinfektionen zwischen 27.200 und knapp 45.000, die - wenig aussagekräftige - Punktschätzung wurde bei 33.961 fixiert. Die Unwägbarkeiten bei den Berechnungen erklären sich aus einem Rückgang des Omikron-Subtyps BA.1 und einem Anstieg des leichter übertragbaren Subtyps BA.2. Aufgrund dieser Entwicklung "ist ein neuerlicher, durch diese Variante getriebener Fallanstieg in der nächsten Woche nicht auszuschließen", heißt es in der Vorschau des Konsortiums.

2056 Corona-Patienten in Spitälern

In den Krankenhäusern werden derzeit weiterhin mehr als 2.000 Covid-Patientinnen und -Patienten behandelt, wobei ihre Anzahl (2.056) gegenüber dem Vortag um 16 Personen leicht zurückgegangen ist. Auf den Intensivstationen wurden 185 Covid-Kranke betreut - um neun weniger als am Mittwoch.

Für die Spitäler rechnet das Prognose-Konsortium, "dass sich der Anstieg des Normalpflege-Belags abschwächt". Eine moderate Zunahme steht allerdings in den kommenden beiden Wochen den Normal- und den Intensivstationen (ICU) gleichermaßen bevor. Im ICU-Bereich dürften in einem Mittelwert rund 220 Covid-Kranke Behandlungsbedarf haben, wobei sich das Konfidenzintervall für den 16. Februar zwischen 186 und 248, für den 23. Februar zwischen 173 und 276 bewegt. Den Normalstationen sagen die Experten für die nächsten 14 Tage im Mittel rund 2.000 Covid-Patientinnen und -Patienten vorher, mit einer Schwankungsbreite zwischen 1.747 und 2.300 für den 16. bzw. 1.619 und 2.600 für den 23. Februar.

2,15 Millionen bestätigte Corona-Fälle

Aktuell liegt in Österreich die Sieben-Tages-Inzidenz (Neuinfektionen in der vergangenen Woche je 100.000 Einwohner, Anm.) bei 2.560,7. 345.603 aktive Fälle waren am Mittwoch bestätigt, um 2.705 mehr als am Vortag. Seit Pandemiebeginn hat es in Österreich knapp 2,15 Mio. bestätigte Corona-Fälle gegeben, genesen sind seither rund 1,79 Mio. Menschen. (red/apa).