Ab dem 21. Februar kommt neuer Impfstoff. Für die Kalenderwoche acht sind rund eine Million Dosen des Impfstoffes von Novavax in Österreich avisiert worden. Das Portfolio der verfügbaren Impfstoffe wird dadurch größer, da es sich um einen Proteinimpfstoff handelt, der vor allem für jene Personen attraktiv sein könnte, die die bisher zugelassenen Impfstoffe als zu neuartig abgelehnt haben. Einen generellen Mangel an Schutzimpfungen gibt es hierzulande aber nicht. Im Gegenteil. Österreich sitzt aktuell auf etwa sechs Millionen Impfstoffdosen.

Die FPÖ hatte Anfang Dezember etliche Fragen zur Imfpstoffbeschaffung an Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein gerichtet, die dieser Ende Jänner beantwortete. Mit Stand 9. Dezember waren 23,9 Millionen Impfstoffdosen geliefert worden, wie aus der Anfragebeantwortung hervorgeht, seither sind aber noch einmal knapp fünf Millionen neu hinzugekommen, wie die "Wiener Zeitung" auf Nachfrage erfuhr (Stand: 6. Februar 2022).

Österreich spendete 4,8 Millionen Dosen

An diesem Stichtag waren von den nunmehr 28,7 Millionen Dosen rund 17,8 Millionen laut Impfregister verimpft worden. Das ergibt eine Differenz von mehr als zehn Millionen Impfstoffdosen. Österreich hat jedoch, wie andere Länder auch, in mittlerweile recht großem Rahmen gespendet, und zwar bereits mehr als 4,8 Millionen Dosen. Verbleiben also rund sechs Millionen Schutzimpfungen, die in Österreich derzeit auf Lager liegen.

Eine exakte Zahl der gesamten Lagerbestände gibt es nicht. 284.380 Impfstoffdosen sind bisher abgelaufen, wobei diese noch nicht entsorgt wurden. Es ist möglich, dass die Haltbarkeit verlängert wird. Dazu kommt: Bei den im E-Impfpass eingetragenen Impfungen sind auch jene enthalten, die im Ausland verabreicht und nachträglich in Österreich eingetragen wurden. Umgekehrt sind auch Menschen in Österreich geimpft worden, hatten diese Impfung dann in ausländische Register eintragen lassen. Auch der Verwurf spielt hier herein, etwa wenn ein Fläschchen zu lange offen war. Laut Ministerium gibt es aber keinen nennenswerten Verwurf, die rund sechs Millionen Impfstoffdosen auf Lager stellen daher eine seriöse Zahl dar.

246 Millionen Euro bis Oktober für Impfstoffe

Von den bisher gespendeten 4,8 Millionen Dosen gingen etwa 1,4 Millionen an Covax, die von der EU-Kommission und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufenen Initiative für eine gerechte Verteilung von Impfstoffen. Erst vergangene Woche hatte Covax berichtet, dass bisher mehr als 500 Millionen Impfstoffdosen an bisher 105 Länder gespendet wurden, der Großteil von den Herstellern Janssen und AstraZeneca.

Österreich hat aber auch bilaterale Spenden geleistet, vor allem nach Bosnien (500.000), an den Iran (1 Million), Bangladesch (1,3 Millionen), sowie auch an Tunesien, Georgien, Usbekistan, Tadschikistan, an den Libanon, Vietnam, an die Ukraine und an Costa Rica. So gut wie alle Spenden betrafen Vakzine der Hersteller Janssen und AstraZeneca.

Die FPÖ wollte auch wissen, wie viel die Republik bisher an die Pharmaunternehmen gezahlt hat. Bis Ende Oktober, so ist der Anfragebeantwortung zu entnehmen, seien 246 Millionen Euro in Rechnung gestellt worden. Wie viel die einzelnen Impfstoffe kosten, ist durch die Geheimhaltung der Verträge zwar unbekannt. Allerdings hatte im Dezember 2020 die belgische Staatssekretärin für Justiz und Haushalt, Eva De Bleeker, eine Preisliste getwittert. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer war mit 12 Euro pro Dosis angegeben, jener von Moderna mit 18 US-Dollar, Janssen mit 8,5 US-Dollar und AstraZeneca mit 1,78 Euro.

Mehr als 33 Millionen Impfdosen 2022 erwartet

Die Preisliste wurde schnell gelöscht und die Preise wurden nie bestätigt, sie dürften aber zumindest nicht weit von der Realität entfernt sein. Rechnet man die bis Dezember 2021 gelieferten Mengen, ergeben sich mit den oben genannten Preisen Kosten von gesamt 242 Millionen Euro - also nur vier Millionen weniger als bis Ende Oktober in Rechnung gestellt.

Obwohl Österreich auf beträchtlichen Mengen Impfstoff sitzt, die für die restlichen Booster-Impfungen und die durch die Impfpflicht erhofften Erstimpfungen mehr als ausreichen, sind im ersten Quartal 2022 weitere fast 10 Millionen Impfstoffdosen geordert. Für das gesamte Jahr 2022 sind 33,5 Millionen Dosen zu erwarten.