Für die im heurigen Schuljahr besonders vielen Schüler, die nicht in den Schulen, sondern daheim unterrichtet werden, gibt es  bei den Abschlussprüfungen zum Schulschluss eine Sonderlösung. Es werden eigene Kommissionen zentral in den Bundesländern für diese Prüfungen eingerichtet, um die jeweiligen Schulstandorte zu entlasten, wie der "Wiener Zeitung" im Bildungsministerium erläutert wurde.

Federführend sind dabei die sogenannten Schulqualitätsmanager (SQM), die früheren Schulinspektoren. Es handle sich um eine auf dieses Schuljahr befristete Maßnahme, stellte das Büro von Bildungsminister Martin Polaschek klar.

Grund für diese Sonderlösung sind die vielen coronabedingten Schulabmeldungen, die die Zahl der Kinder im häuslichen Unterricht stark steigen haben lassen. Die Eltern haben ursprünglich rund 7.500 Schulkinder für den häuslichen Unterricht angemeldet, damit war deren Zahl rund dreimal so hoch wie in früheren Schuljahren.

Allerdings ist ein Teil davon inzwischen wieder in den Unterricht in den Schulen zurückgekehrt. Bis Weihnachten waren das nach Angaben des Bildungsministeriums rund 1.200. Besonders viele Schulrückkehrer gab es in Wien, dort sind von 870 Schülern im häuslichen Unterricht im laufenden Schuljahr zunächst 350 wieder zum Untericht in die Schulen gekommen.

Schulstandorte sollen entlastet werden

Das Bildungsministerium möchte mit der Regelung für die Externistenprüfung zum heurigen Schulschluss die Lehrer und einzelnen Schulstandorte ebenso wie die Kinder im häuslichen Unterricht entlasten. "Angesichts der großen Zahl und der durchaus emotionalisierten Debatten wollen wir mit dieser Maßnahme dafür sorgen, dass für die Kinder, die diese Situationen ja nicht gewöhnt sind, die besten Vorkehrungen getroffen werden", führt das Bildungsressort als Begründung an.

Zugleich wird die Entlastung der Schulstandorte durch die Spezialregelung hervorgehoben. "Die Schulen, die aufgrund der Corona-Krise ohnehin schon stark belastet sind, müssen dann nicht noch zusätzlich diese sensible und schwierige Aufgabe meistern", wird im Bildungsministerium betont: "Schwierige Stresssituationen können damit vermieden werden." Die Eltern könnten darauf vertrauen, dass die Prüfungen unter Federführung von Spezialisten unter bestmöglichen und einheitlichen Qualitätsstandards ablaufen.

Kommissionen stehen bis Anfang März fest

Einer Art Prüfungstourismus ist das Bildungsministerium schon im Herbst mittels Erlass begegnet. Die Vorbereitungen für die Externistenprüfungen sind in den jeweiligen Bildungsdirektionen der Bundesländer im Laufen. Bis Anfang März müssen die Bildungsdirektionen die eigenen Prüfungskommissionen festlegen, denen Schulqualitätsmanager, Mitglieder des Fachstabes und Lehrer angehören sollen.