Der Untersuchungsausschuss zu mutmaßlicher Korruption durch ÖVP-Vertreter muss gleich zu Beginn mit etlichen Abwesenheiten rechnen. Bundeskanzler und Parteichef Karl Nehammer hat sein Kommen als Auskunftsperson zwar zugesagt, er soll gleich zu Beginn am 2. März befragt werden. Aber wie bereits im Ibiza-Untersuchungsausschuss ist der ehemalige Generalsekretär im Finanzministerium, Thomas Schmid, nicht erreichbar. Und Investor Siegfried Wolf wiederum verweist auf Termine im Ausland. Formelle Absagen gibt es aber noch keine.

Schmid, Wolf und den ÖVP-Großspender und C-Quadrat-CEO Alexander Schütz hatte die Opposition gleich zu Beginn der Befragungen geladen, wohlwissend, dass es nicht einfach sein werde, die Auskunftspersonen in den U-Ausschuss zu bewegen. So war Schmid, dessen sichergestellte Handy-Chats die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zu Ermittlungen in mehrere Richtungen veranlasst hat, auch im Ibiza-Ausschuss so gut wie nicht erreichbar.

Die Ladung Schmids wurde jedenfalls zugestellt, berichtete die Tageszeitung "Österreich" am Wochenende. Darüber hinaus habe es "keine Kontaktmöglichkeit" gegeben, bestätigte die Parlamentsdirektion auf APA-Anfrage. Ebenso offiziell geladen ist Wolf, der wegen eines mutmaßlich illegalen Steuernachlasses im Fokus steht. Eine formale Entschuldigung gibt es von ihm nicht. Dennoch machen sich etwa die Neos keine Hoffnung auf dessen Erscheinen im März, wie am Mittwoch die "Tiroler Tageszeitung" berichtete.

Auch Unternehmer Schütz hat auf eine rege Tätigkeit im Ausland verwiesen, soll sich laut Opposition aber gewillt zeigen, im U-Ausschuss auszusagen.