"Während der Corona-Pandemie hat die psychische Belastung für Kinder und Jugendliche stark zugenommen. Um hier gegenzusteuern, stellt die Regierung bis Ende 2022 einmalig 13 Millionen Euro zur Verfügung", hatte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) im Juli 2021 angekündigt. Darüber hinaus soll es über die Gesundheitskasse bis 2023 300.000 zusätzliche Psychotherapiestunden geben.

Wohin die 13 Millionen Euro konkret fließen sollen, gibt die Regierung nun am Freitag bekannt. Im Vorfeld hieß es nur, dass man einen niedrigschwelligen und kostenlosen Zugang zur klinisch-psychologischen, gesundheitspsychologischen und psychotherapeutischen Beratung und Behandlung ermöglichen wolle.

Probleme oft verzögert

Eine einmalig dafür zur Verfügung gestellte Summe sei zwar begrüßenswert, bekämpfe die Problematik aber nicht an der Wurzel, sagt dazu Hedwig Wölfl, die "Die Möwe" leitet und Vizepräsidentin der Liga für Kinder- und Jugendgesundheit ist. Werden Projekte etwa nur für ein Jahr finanziert, baue man in dieser Zeit Wissen auf, schule Mitarbeiter ein - und müsse das Ganze nach einem Jahr wieder abbrechen.

"Die pandemiebedingten Probleme treten außerdem oft verzögert auf", sagt Wölfl zur "Wiener Zeitung". "Die Kinder und Jugendlichen bräuchten allein schon deshalb langfristige Hilfe." Geld fehle akut zum Beispiel bei den Schulpsychologen, zudem brauche es "dringend Schulungen zur sicheren Nutzung des Internets". Denn bereits drei- bis viermal so viele Kinder und Jugendliche wie vor der Pandemie seien online unterwegs.

Und auch das Angebot der Kinder- und Jugendpsychiatrie reiche bei weitem nicht aus, um dem Bedarf gerecht zu werden. In der Zwei-Millionen-Stadt Wien etwa mit rund 330.000 unter 18-Jährigen gibt es nur 6 Kassenordinationen für die Kinder- und Jugendpsychiatrie und rund 15 Wahlärzte.