Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) hat finanzielle Unterstützung für vom Ukraine-Krieg betroffene Studierende angekündigt: Bei sozialer Bedürftigkeit werden bis zu 1.000 Euro Soforthilfe pro Person vergeben. Derzeit studieren je rund 2.700 Ukrainer und Russen an österreichischen Hochschulen. Unterdessen wird auch die Unterstützung für ukrainische Wissenschafter in Österreich ausgebaut.

Viele Studentinnen und Studenten aus der Ukraine und aus Russland könnten aktuell nicht auf ihr Konto zugreifen und seien mit enormen Einkommensverlusten konfrontiert, so die ÖH-Vorsitzende Sara Velić am Montag in einer Aussendung. Betroffene könnten weder Miete noch Essen oder Lehrunterlagen zahlen. Den Antrag auf Förderung kann jede Person mit russischer oder ukrainischer Staatsbürgerschaft stellen, da es nicht unüblich sei, dass diese von den Eltern im Heimatland finanziert werden. "Uns ist es wichtig, dass auch russische Studierende auf die Förderungen Anspruch haben. Sie sind genauso von dem Krieg, der vom Kreml angefangen wurde, betroffen und können nichts dagegen tun!", wird die Vize-Vorsitzende Naima Gobara von den Fachschaftslisten (FLÖ) zitiert.

Mehr als 30 Fellowships vergeben

Am Montag hat außerdem der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) angekündigt, dass er dem derzeit mit 270.000 Euro von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) finanzierten Programm für Forschungsaufenthalte ukrainischer Forscher in Österreich zusätzlich 100.000 Euro zur Verfügung stellt. Damit können nun mehr als 30 Fellowships vergeben werden, teilte die ÖAW am Montag mit.

Die Akademie hat in der Vorwoche im Rahmen ihres Mobilitätsprogramms "Joint Excellence in Science and Humanities" (JESH) einen "Emergency-Call" für Forschungsaufenthalte an heimischen Forschungseinrichtungen für ukrainische Forscherinnen und Forscher ausgeschrieben. Man wolle diesen damit "zügig und unbürokratisch die Weiterarbeit an ihrer Forschung in Österreich ermöglichen", so ÖAW-Präsident Anton Zeilinger. Die Akademie stellt dafür rund 270.000 Euro zur Verfügung, womit mindestens 25 zusätzliche Forschungsaufenthalte finanziert werden können.

Nun stellt der WWTF weitere 100.000 Euro für den "Emergency-Call" zur Verfügung, wodurch bis zu neun weitere Fellowships ermöglicht werden. "Die Forschungscommunity muss jetzt einen Beitrag leisten", so WWTF-Präsident Michael Häupl. Nach Auswahl in einem beschleunigten Peer-Review-Verfahren können aufgenommene Forscher ihr Vorhaben für zunächst bis zu vier Monate an einer grundlagenorientierten Forschungseinrichtung in Österreich durchführen. Die ÖAW lädt weitere Forschungsinstitutionen, die ebenfalls Hilfe leisten wollen, zur Beteiligung am "Emergency Call" ein. (apa)