"Rasch und unbürokratisch" will Österreich den Vertriebenen des Krieges von Russland gegen die Ukraine helfen. Das sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) am Montag in Wien bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Diakonie, Volkshilfe, Caritas und dem Roten Kreuz. Caritas-Präsident Michael Landau sprach von einem "humanitären Schulterschluss".

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat laut UN-Flüchtlingswerk UNHCR die größte Flüchtlingswelle seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. "Bisher haben 45.000 Menschen aus der Ukraine die Grenze zu Österreich überschritten, davon geben 75 bis 80 Prozent an, weiterreisen zu wollen", berichtete Karner. Nun gelte es Quartiere bereitzustellen, schnell und unbürokratisch den Flüchtenden temporären Schutz zu gewähren und Hilfslieferungen durchzuführen.

"Wer schnell hilft, hilft doppelt, wer unbürokratisch hilft, hilft dreifach", betonte Karner, der appellierte, keine privaten Transporte in die Krisenregion durchzuführen und, wenn möglich, in erster Linie Geld zu spenden. Der Ressortchef bedankte sich zugleich für die "großartige Welle der Hilfsbereitschaft in Österreich".

Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen koordiniert

Die Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU) hat die Hauptkoordination von Privatquartieren für Kriegsvertriebene übernommen. In Summe haben 4.500 Personen via Hotline oder Email Quartiere angeboten. "In Summe können wir allein dadurch 20.000 Plätze anbieten", berichtete Karner.

Der Krieg ist "eine Niederlage für die Menschlichkeit", sagte Landau. Österreich sei gefordert, man werde einen langen Atem brauchen: "Es ist kein Sprint, es ist ein Marathon. Lassen wir unsere Nachbarn in der Ukraine nicht im Stich, der Krieg darf nicht das letzte Wort haben."

"Wir haben es mit Menschen zu tun, die zutiefst traumatisiert sind", sagte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser. Daher sei es wichtig, rasch Normalität herzustellen und die Menschen nicht allzu lange in großen Lagerhallen unterzubringen. (apa)