Das Bundesamt für Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) soll einen neuen Chef bekommen: Am Freitag fand sich im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" die Stellenausschreibung für den Direktor sowie dessen Stellvertreter. Die Ausschreibung erfolgt nun mehr als zwei Jahre, nachdem sich BAK-Direktor Andreas Wieselthaler von der Position zurückgezogen hat.

Gegen Wieselthaler waren Vorwürfe der sexuellen Belästigung aufgetaucht, die er stets bestritt. Als interimistischen Leiter des BAK wurde Lukas Berghammer berufen. Da in formeller Hinsicht aber noch immer Wieselthaler BAK-Direktor war, konnte die Führung des BAK nicht früher ausgeschrieben werden, hieß es aus informierten Kreisen gegenüber der APA. Wieselthaler soll nun ganz auf die Funktion verzichtet haben.


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Das Bundesamt für Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung im BMI

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Vorsicht bei Jobvergabe

Der BAK-Direktor ist in der Verwendungsgruppe A1, Funktionsgruppe 7 eingestuft. Damit gibt es für Beamte mindestens 9.646,80 Euro brutto monatlich. Sein Stellvertreter - Verwendungsgruppe A1, Funktonsgruppe 6 - bekommt als Beamter mindestens 3.720,10 Euro brutto. Die Bewerbungsfrist läuft üblicherweise ein Monat.

Insider sehen das Rennen um die BAK-Leitung völlig offen. Es soll im Innenministerium derzeit eine gewisse Vorsicht bei der Vergabe neuer Jobs walten, da im parlamentarischen ÖVP-Korruptions-Untersuchungsausschuss auch die Postenvergabe in dem Ressort zu diskutieren ist. Befeuert hatte dies unter anderem Peter Pilz, der im U-Ausschuss Chats aus dem Handy des ehemaligen Kabinettschefs im Innenministerium, Michael Kloibmüller, vorgelegt hatte.

Spannendes Rennen auch um Bundespolizeikommandanten

Das alles macht auch das Rennen um die neue Funktion des Bundespolizeikommandanten spannend, die im Zuge einer Restrukturierung im Innenministerium ins Leben gerufen wird. Als Favorit wurde in den vergangenen Wochen Michael Takacs kolportiert und auch intern im Ressort gehandelt. Der Leiter der Wiener Landesverkehrsabteilung war stellvertretender Kabinettschef von Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) in seiner Zeit als Innenminister. Dass sich Takacs bewerben wird, gilt als fix. Das innenpolitische Klima könnte sich aber dämpfend auf seine Chancen auswirken. Das dürfte nicht zuletzt von Mitbewerbern oder Mitbewerberinnen abhängen. Insider rechnen damit, dass der Posten nicht vor Ende März ausgeschrieben wird. (apa)