In den österreichischen Schulen sind Corona-Tests zur Routine geworden. Derzeit müssen Schüler zweimal wöchentlich einen PCR-Test durchführen, dazu kommt ein zusätzlicher Antigentest.

Wie diese Routine ab April aussehen soll, ist derzeit allerdings offen. Sollten die am Dienstag angekündigten Einschränkungen der Gratistests auch den Bildungsbereich betreffen, müssten sich die Schülerinnen und Schüler auf weniger engmaschige Tests einstellen - Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) kündigte eine Obergrenze von je fünf PCR-Tests und Antigentests pro Person und Monat an.

Aus den Bildungsdirektionen der Bundesländer kamen am Mittwoch unterschiedliche Reaktionen: Der Tiroler Bildungsdirektor Paul Gappmaier sprach sich im Ö1-"Morgenjournal" klar für weitere häufige Testungen aus. Angesichts der hohen Infektionszahlen wünsche er sich eine Fortführung bis mindestens Ostern.

Anders in Salzburg: Wer krank ist, bleibe ohnehin zuhause - derzeit seien rund zehn Prozent der Lehrkräfte im Krankenstand, so Bildungsdirektor Rudolf Mair. Die Menschen würden also trotz des Testregimes erkranken.

Die Wiener Bildungsdirektion will sich auf Anfrage der "Wiener Zeitung" nicht festlegen, man sei bezüglich der Zukunft der Schultestungen in Absprache mit dem Ministerium. Die Testinfrastruktur sei in Wien jedenfalls hervorragend ausgebaut, jetzt warte man auf weitere Informationen aus dem Bildungsministerium.

Schülervertretung für engmaschiges Testen

Dort fallen die Äußerungen ähnlich vage aus: Man würde das weitere Vorgehen gerade mit den Ländern und dem Gesundheitsressort abstimmen, so ein Ministeriumssprecher. Ein Rundruf dieser Zeitung bei Schülervertretern ergibt hingegen eine deutliche Zustimmung zur Beibehaltung des aktuellen Systems. Bundesschulsprecherin Susanna Öllinger hält die Schultests für eine gute Gewährleistung der Sicherheit in den Klassenzimmern. Lina Feuerstein, AHS-Vertreterin in Vorarlberg verweist auf die nahende Matura, gerade jetzt sei es daher wichtig, Ansteckungen in der Schule zu vermeiden. Für sie ist der Infektionsschutz in den Schulen schon jetzt unzureichend, man würde die Schüler derzeit der Durchseuchung aussetzen.

Für ihren Salzburger Kollegen Stijn J. J. Maas bieten die Schultests allgemein einen wertvollen Einblick in das Infektionsgeschehen in Österreich, wie er sagt. Die Schulen würden einen Querschnitt der Gesellschaft darstellen, anhand der Testungen könne man auch die Infektionslage in der Gesamtbevölkerung besser einschätzen.

Etwas kritischer bewertet sein Kollege Michael Stadlmann aus Niederösterreich die Situation. Zwar befürworte er grundsätzlich eine Beibehaltung der Tests, doch sei bei vielen Schülern derzeit die Angst, aufgrund eines positiven Ergebnisses wichtige Tests zu verpassen, größer als die vor einer möglichen Covid-Erkrankung.