Wer Kontakt mit einem Corona-Infizierten hatte, muss ab 1. April die Gratistests dafür verwenden, um zu prüfen, ob man sich selbst angesteckt hat. Das gilt aber nur für Geimpfte. Wer ungeimpft ist, erhält jedenfalls einen kostenlosen Test. Absurd? Nur auf den ersten Blick.

Seit Beginn der Pandemie werden (enge) Kontakte von Infizierten behördlich so behandelt, als wären sie selbst infiziert, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Behördlich registrierte Kontaktpersonen müssen auch in Quarantäne und sich gemäß Epidemiegesetz "der Entnahme von Untersuchungsmaterial unterziehen". Das heißt, sie müssen sich testen lassen, wenn die Behörde dies verlangt. Daraus ist ein "Freitesten" geworden als gelinderes Mittel zur Absonderung (frühestens nach fünf Tagen).

Wer aber als Kontaktperson gilt, hat sich im Lauf der Pandemie geändert und ist weniger streng geworden. Geboosterte und rezent Genesene wurden gänzlich aus der Kontakt-Definition ausgenommen. Sie müssen nicht mehr in Quarantäne - und können sich daher auch gar nicht mehr freitesten. Ausreichend Immunisierte unterliegen gar keinen Beschränkungen mehr.

Quarantäne wird geändert


Wer trotzdem wissen will, ob er oder sie infiziert ist, muss also von seinen Gratistest-Kontingent Gebrauch machen. Wer sie aufgebraucht hat, muss den Test zahlen. Stand heute.

Aus dem Gesundheitsministerium war zu hören, dass sich die Definition der Kontaktpersonen wieder ändern könnte. Jedenfalls werden Ungeimpfte auch von der Quarantäne ausgenommen, sie unterliegen dafür weiterhin Verkehrsbeschränkungen, dürfen nicht in Lokale und nur mit Maske arbeiten.

Geboosterte und Genesene könnten auch wieder als Kontaktpersonen gelten, da die Immunität nach einigen Monaten schwindet. Dann wären aber auch wieder Beschränkungen die logische Folge. Oder man hebt diese Beschränkungen generell für alle auf. Dass sich enge Kontakte nach einigen Tagen testen, ist jedenfalls sinnvoll, denn sie haben eine hohe Wahrscheinlichkeit, selbst infiziert zu sein. Unbegrenzte Gratistests könnten, andererseits, die Kontakthäufigkeit erhöhen - weil man sich durch Tests in Sicherheit wiegt.

ÖVP-Länder unterstützen Kontingentierung, aber auch das Burgenland


Zur Kontingentierung der Gratistests kamen aus den Bundesländern unterschiedliche Bewertungen, die von der Austria Presse Agentur eingeholt wurden. Genereller Tenor war, dass noch zu wenig Details bekannt sind. In Wien zeigte man sich bereits am Vortag schwer verärgert: Er sei "sprachlos und auch ein bisschen fassungslos", sagte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.

Andere Länder äußerten hingegen teils Zustimmung zu den Test-Plänen des neuen Gesundheitsministers Johannes Rauch (Grüne). Aus dem Büro der steirische Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) hieß es am Donnerstag, dass man auf die neue Teststrategie schon gewartet habe, sich aber wesentliche Fragen, wie etwa die Finanzierung, noch nicht geklärt haben. Sie selbst unterstütze die Reduzierung der Gratis-Tests. Auch eine Kostenbeteiligung der Getesteten sei schon mehrmals seitens der steirischen Landespolitik - vor allem von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) - gefordert worden.

Aus dem Land Salzburg kam am Donnerstag ebenfalls Zustimmung. Es sei wichtig, dass weiterhin ein gewisses Kontingent an Tests kostenlos zur Verfügung stehe, sagte ein Sprecher von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). "Mit fünf Antigen- und fünf PCR-Tests im Monat werden die meisten Menschen gut auskommen." Auch aus Tirol kam Zustimmung. Dass Änderungen vorgenommen werden, werde "grundsätzlich positiv" gesehen, hieß es auf APA-Anfrage. "Mit der neuen Regelung des Gesundheitsministeriums ist gewährleistet, dass man auch in Zukunft einen guten Überblick über das Infektionsgeschehen hat", so das Land.

In Kärnten blieb man am Donnerstag zurückhaltend: Das Land warte noch "schriftliche Details des Bundes" ab, insbesondere in Bezug auf die Kostenübernahme. Im SPÖ-geführten Burgenland gab man zu verstehen, man könne mit der Kontingentierung der Tests leben. In Oberösterreich wurde erklärt, es werde das Testen wie vom Bund vorgegeben umgesetzt werden.

Zukunft von Schultests weiter ungewiss


Zum weiteren Vorgehen bei den Schultests gab es am Donnerstag keine neuen Informationen. Aus dem Bildungsministerium hieß es auf APA-Anfrage lediglich, man sei nach wie vor in Abstimmung mit Gesundheitsministerium und den Ländern. In der Steiermark verwies man dazu auf das Bildungsministerium erfragen, Bogner-Strauß sprach sich aber gegen vermehrtes Testen an Schulen aus, "damit Kinder und Jugendliche nicht zu 'Wächter der Gesellschaft' werden und diese als einzige Infektionstreiber stigmatisiert werden".

Auch Salzburg spielte den Ball an das Bildungsministerium weiter. Man warte hier zunächst auf einen Vorschlag zur weiteren Strategie und werde diesen gegebenenfalls adaptieren. Aus Kärnten hieß es zur APA, das Land habe bereits an den Bund appelliert, die Schultests zumindest noch in der Woche nach den Osterferien aufrecht zu erhalten. Eine Entscheidung des Bundes werde noch in dieser Woche erwartet. (apa/sir)