Mit dem heutigen Tag ist in Österreich statistisch gesehen das offizielle Nachhaltigkeitsziel von maximal 2,5 Hektar Bodenverbrauch pro Tag für das gesamte Jahr 2022 bereits überschritten. "Vor 20 Jahren hat die Bundesregierung beschlossen, den Bodenverbrauch zu begrenzen und seit 20 Jahren wird diese Grenze allen politischen Versprechen zum Trotz konsequent überschritten", kritisierte Maria Schachinger, Bodenschutz-Sprecherin der Naturschutzorganisation WWF Österreich.

Protestaktion der Letzten Generation AT

Acht Aktivisten der Protestgruppierung Letzte Generation AT blockierten ab etwa 7.15 Uhr den Montag-Frühverkehr auf der Wiener Westeinfahrt.

Der Protest sollte ein Zeichen gegen Bodenverbrauch, "Betonisierung", klimabedingte Ernteausfälle und dadurch drohende Ernährungskrisen sein, sagte ein Sprecher zur APA.

Die Aktion war nach rund einer Stunde beendet, nachdem die Demonstranten der Aufforderung der Polizei gefolgt waren und die Fahrbahn verlassen hatten. Die Verkehrsbehinderungen, auch auf den umliegenden Straßen, lösten sich aber nur langsam auf.

Weitere Aktionen geplant

Sechs Aktivisten kamen laut Letzte Generation AT nicht der polizeilichen Aufforderung nach, sich auszuweisen. Sie wurden deswegen vorläufig festgesetzt. Der Österreich-Ableger dieser internationalen Gruppierung habe sich nach Auflösung des Protestcamps gegen die Stadtstraße in der Donaustadt zusammengefunden, sagte der Sprecher. Weitere Aktionen seien geplant.

"Millionen Menschen sind akut vom Hungertod bedroht. Der Krieg in der Ukraine lässt zusammen mit immer schlimmeren klimabedingten Ernteausfällen weltweit die Getreidepreise explodieren. Gerade deshalb brauchen wir unsere Böden", appellieren die Aktivisten an die Regierung. "Wir haben pro Person schon heute die meiste Supermarktfläche Europas, und fast doppelt so viel Straßennetz wie Deutschland oder die Schweiz." Aber weiterhin würden "unsere besten Ackerböden im Rekordtempo versiegelt": "11,5 Hektar am Tag", bezogen auf die Einwohnerzahl sei das Europarekord. (apa)