Die Stadt Linz erhöht die Sicherheitsvorkehrungen in ihren beiden Rathäusern. Das Klima sei aggressiver geworden, so Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) am Montag, wie einige Vorfälle in den vergangenen Monaten vor Augen führten. Im Neuen Rathaus, wo sich die meisten Magistratsdienststellen befinden, soll es daher statt der bisher 17 Eingänge für Besucher ein System mit einer zentralen Schleuse geben. Im Alten Rathaus muss man sich künftig anmelden.

Aggressivität gegenüber Personal

Im November des Vorjahres hatte ein Unbekannter versucht, mit einer Gaskartusche die Fassade des Neuen Rathauses anzuzünden, mehrmals gab es am Rande von Demonstrationen Versuche von Impfgegnern, ins Rathaus zu gelangen, erst vor wenigen Tagen bedrohte ein Betrunkener den Bürgermeister beim Betreten seines Amtssitzes - die Stadt listete eine Zahl von Vorfällen auf, die Schlagzeilen machten. Aber auch die Mitarbeiter seien zunehmend mit Aggressivität konfrontiert, hieß es: etwa, wenn es um unliebsame Entscheidungen wie das Kürzen von Beihilfen, Kindesabnahmen oder fremdenrechtliche Maßnahmen gehe. Verletzte habe es bisher noch nicht gegeben, wohl aber Drohungen.

Sicherheitsschleusen

Die zentrale Schleuse beim Haupteingang des Neuen Rathauses wird mit einem Gepäck-Scanner, mit Metalldetektoren sowie Handsonden ausgestattet. Beim Aufgang von der Tiefgarage soll es eine zweite Schleuse geben. Die übrigen Eingänge werden zu Ausgängen bzw. Fluchtwegen umfunktioniert. Diese Maßnahmen sollen im Lauf des Jahres umgesetzt werden. Die Kosten für das technische Equipment werden mit 100.000 Euro veranschlagt. Die zwei Sicherheitsschleusen sollen mit Eigenpersonal betrieben werden, dafür kalkuliert die Stadt 300.000 Euro pro Jahr ein. Bei Groß-Events im Festsaal müssen die Veranstalter auf Fremdfirmen zurückgreifen.

Im Alten Rathaus, das eher repräsentative Funktionen erfüllt und wo es deutlich weniger Parteienverkehr gibt, müssen sich Bürger und Besucher künftig beim Portier registrieren. Angemeldete Touristengruppen haben weiterhin Zugang. Die baulichen Adaptierungen - hier muss u.a. die Portierloge gedreht werden - sollen bis zum Sommer abgeschlossen sein und sich mir rund 75.000 Euro zu Buche schlagen. (apa)