Für die ab April geltende Reduzierung auf je fünf gratis PCR- und fünf Antigen-"Wohnzimmer"-Tests pro Person und Monat sind noch einige Fragen offen. Während die Länder auf die Verordnung des Gesundheitsministeriums mit konkreten Vorgaben warten, sieht man dort die Länder für die Kontrolle der Limitierung der PCR-Tests zuständig. Die meisten Bundesländer setzen künftig auf die bewährten Gurgel-Tests - teils mit Apotheken-Beteiligung.

Ausgerollt werden soll das PCR-Reglement ab 1. April. Die darüber hinaus angekündigten fünf Gratis-Antigentests können erst ab 9. April in Apotheken abgeholt werden. Grund dafür sei der Fristenlauf nach dem Bundesrats-Beschluss zu den Antigen-Tests - dieser tagt erst am 7. April.

Länder für Ausnahmen zuständig

Wie auch bei den Antigen-Tests soll es auch für die PCR-Tests keine Altersbegrenzung geben. Die genauen Vorgaben für die Umsetzung der Limitierung der PCR-Tests auf fünf Stück pro Monat und Person wird in einer noch ausständigen Verordnung von Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) geregelt. Diese wird bis spätestens Donnerstag Mitternacht erwartet, am Freitag soll sie in Kraft treten.

Das wurde neuerlich von den Länder kritisiert. So zum Beispiel von seiten des Büros des Wiener Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ), wo man vor allem bei der Administration der Ausnahmen, die zusätzliche Gratis-Tests bei Besuchen von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen ermöglichen sollen, noch Unklarheiten sieht. Das Gesundheitsressort verwies am Montag einmal mehr auf die Zuständigkeit der Länder.

Zur Frage, welches Ziel die Test-Reduzierung hat, blieb man am Montag im Gesundheitsministerium recht vage. Vor knapp zwei Wochen hieß es dazu auf APA-Anfrage noch, Ziel der Anpassungen in der Teststrategie sei "nicht primär die Einsparung von Budgetmitteln, sondern deren sinnvolle Verwendung".

Mit und ohne Apotherkammer

Kärnten berät am Montag Nachmittag über das weitere Vorgehen, Salzburg will das Modell "Salzburg gurgelt" fortsetzen. Das Online-System erkenne automatisch, sollte jemand in einem Monat schon den sechsten Test zur Auswertung einreichen. Auch Niederösterreich und Tirol setzen weiterhin auf die Gurgel-Lösungen. 

Ob die Apothekerkammer ihr Service im Bundesland fortsetzt, kann Niederösterreich noch nicht beantworten. In Tirol sollen die kostenlosen PCR-Tests über "Tirol gurgelt", alternativ auch in Apotheken durchgeführt werden. Dadurch, dass lediglich ein Testsystem aufrecht bleibe, könne man auch hier sichergestellen, dass pro Person und Monat nicht mehr Tests abgegeben werden, als vom Bund vorgesehen. 

Das Land Burgenland kündigte am Montag an, dass ab 1. April jede Burgenländerin und  jeder Burgenländer nach Registrierung in der Gurgeltest-App die fünf Gratis-PCR-Tests über die bisherigen Abhol-und Ausgabestellen (Spar, Apotheken) bekommt. Für Personen ohne Smartphone und Internetzugang haben, soll es ein alternatives Testangebot über die burgenländischen Apotheken geben. 

"Ausnahme"-Tests sollen Länder bezahlen

Zur Realisierung der geplanten Ausnahmen von der Test-Limitierung verwies man im Gesundheitsressort am Montag einmal mehr auf die Zuständigkeit der Länder: Diese Tests werden "separat von den Bundesländern abgerechnet" - ebenso symptomatische Tests. "Den Bundesländern obliegt wie schon bisher die Umsetzung dieses Angebots, eine Vorgabe des Bundes gibt es hierbei nicht."

"Da vom Bund nur die Kosten für fünf PCR- und fünf Antigen-Tests pro Person und Monat übernommen werden, wären die Kosten für alle darüber hinausgehenden Tests vom Bundesland zu tragen", hieß es zur Frage, wie der Bund die Limitierung auf fünf Tests kontrollieren will.

Überlastung von 1450?

Sorgen bereitet einzelnen Bundesländern, dass die Hotline 1450 ab April wegen Ansturms zusammenbrechen könnte. Sinn der Teststraßen und "allesgurgelt" sei es ja gewesen, die Hotline zu entlasten, betonte man im Büro des Wiener Gesundheitsstadtrats. In Wien werden demnach derzeit täglich rund 700 Verdachtsfallabklärungen pro Tag über 1450 abgewickelt. Insgesamt finde man in Wien derzeit aber 5.000 bis 8.000 positive Fälle pro Tag. Wollte man all diese Fälle über 1450 finden, so wären dazu "Zehntausende Verdachtsfallabklärungen" über die Hotline notwendig.

Diese Bedenken teilt man im Gesundheitsministerium nicht: "Die neue Teststrategie ändert nichts an den Testungen für symptomatische Personen. 1450 war bisher in jedem Bundesland die erste Anlaufstelle für symptomatische Personen und wird dies auch weiterhin sein." Auch aus Niederösterreich hieß es dazu, das System funktioniere im Bundesland problemlos. (apa)