Ab dem kommenden Studienjahr darf laut Universitätsgesetz eine bestimmte Anzahl an Medizin-Studienplätzen für Aufgaben im öffentlichen Interesse reserviert werden. Trotz des von vielen Seiten kommenden Rufs etwa nach mehr Kassenärzten am Land hat es daran allerdings kaum Interesse gegeben. Einzig das Bundesheer sicherte sich zehn Studienplätze an der Medizin-Uni Wien.

Insgesamt gibt es für das kommende Studienjahr 1.850 Studienplätze an den öffentlichen Universitäten. Bis zu fünf Prozent dürfen davon "für Aufgaben im öffentlichen Interesse" vergeben werden - nötig ist dafür eine Festschreibung in der Leistungsvereinbarung der jeweiligen Uni. Möglich wäre es also zum Beispiel, eine bestimmte Zahl an Plätzen an die Verpflichtung zu binden, eine gewisse Zeit als Kassenarzt oder als Arzt in einem öffentlichen Spital zu arbeiten.

Verpflichtung als Militärarzt

Das hat etwa das Bundesheer genutzt: Bis zu zehn Plätze werden an das Heer vergeben, als öffentliches Interesse wird in der Leistungsvereinbarung mit der Medizinuni Wien die Landesverteidigung angegeben. Das Heer hat Interessenten angeboten, ihnen die ganze Ausbildung hindurch ein Gehalt zu bezahlen, umgekehrt müssen sich die Studierenden verpflichten, nach der Ausbildung als Militärarzt zu arbeiten. Die Kandidaten müssen zwar am normalen Aufnahmetest teilnehmen, aber nicht wie üblich unter den besten 680 Humanmedizin-Studienwerbern sein. Stattdessen reichen 75 Prozent der Punkteanzahl aller angetretenen Bewerberinnen und Bewerber.

Außer dem Heer habe aber niemand Interesse an den gewidmeten Studienplätzen angemeldet, hieß es aus dem Bildungsministerium. Als Kandidaten wären etwa Bundesländer oder Kassen in Frage gekommen, die immer wieder mehr Studienplätze fordern, um die Ärzteversorgung vor allem am Land zu sichern.

Zumindest die Länder setzen zum Teil stattdessen auf die Kooperation mit Privatunis. So hat etwa kürzlich die Steiermark bekanntgegeben, über drei Jahrgänge hinweg die Studiengebühren für 20 Studierende an der Sigmund-Freud-Privatuni in Wien zu übernehmen, wenn diese nachher zehn Jahre für die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft arbeiten. Ein ähnliches Modell gibt es schon länger im Burgenland, das Studierenden Plätze an der Danube Private University in Krems (NÖ) finanziert.