Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) will am Gelände des ehemaligen Außenlagers des KZ Mauthausen in Gunskirchen einen Lern- und Gedenkort errichten. Zu diesem Zweck wurden 4.000 Quadratmeter des Geländes angekauft. Das berichteten mehrere Zeitungen am Mittwoch und das MKÖ auf seiner Website. Das MKÖ startet nun eine Crowdfunding-Kampagne, um die auf 90.000 Euro geschätzten Projektkosten hereinzubringen.

In den Traunauen zwischen Gunskirchen und Edt bei Lambach war im Dezember 1944 eines der größten Außenlager des KZ Mauthausen errichtet worden. Dort wurden Flugzeugteile aus Holz gebaut. Am 4. Mai 1945 befreiten US-Truppen das Lager. Insgesamt waren an die 20.000 Menschen in Gunskirchen interniert, von den nur 8.500 Überlebenden starben etliche noch in den Wochen nach der Befreiung an Krankheiten und Entkräftung.

Kauf vorfinanziert

Während etwa an den Standorten der ehemaligen Außenlager in Gusen, Ebensee und Melk eigene Lern- und Gedenkorte errichtet wurden, gab es in Gunskirchen bisher nur ein Denkmal der Republik und eines der US-Armee. Zum Jahrestag der Befreiung organisieren zwar die Gemeinden Gunskirchen und Edt bei Lambach mit dem MKÖ alljährlich eine Befreiungsfeier, in der restlichen Zeit gab es aber bisher keine Information für Besucher. Das soll sich nun ändern. MKÖ-Landeskoordinator Robert Eiter denkt etwa an "Info-Stelen, bei denen man durch QR-Codes auch Fotos, Dokumente und vieles mehr im Internet abrufen kann".

Der bisherige Grundeigentümer und die zuständigen Behörden "sind uns in jeder Weise entgegengekommen. Sonst wäre der Kauf unmöglich gewesen und wir könnten keinen Lern- und Gedenkort errichten", betonte Projektleiter Helmut Edelmayr. Das MKÖ habe den Kauf vorfinanziert, so Vorsitzender Willi Mernyi. "Aber wir haben nicht annähernd die Mittel, um die Kosten für das Projekt, die insgesamt rund 90.000 Euro ausmachen werden, selbst zu tragen. Deshalb starten wir eine Crowdfunding-Kampagne mit dem Ziel, diese Summe hereinzubringen." (apa)