Alles sollte anders sein. Oder zumindest so wirken. Der Obmann: betont jung. Die Partei: eine Bewegung. Die Farbe: türkis statt schwarz. Und auch im Namen und Logo spiegelte sich dieser dieser ästhetische Stilbruch. Die ÖVP wurde zur "neuen Volkspartei". Nun wird das "neu" aber wieder gestrichen.

Zumindest die neue, frische Farbe Türkis bleibt der ÖVP erhalten. Freilich, schon lange vor Kurz war das Farbspektrum der Volkspartei erweitert worden. Die Landesparteien bedienten sich da gerne den Farben der jeweiligen Landeswappen, wobei Gelb dominierte. In Oberösterreich blieb man auch in der türkisen Periode der ÖVP beim Gelb. 

Kurz kommt zum Parteitag

Vor dem Parteitag am 14. Mai in Graz, auf dem Karl Nehammer offiziell als Obmann gewählt wird, präsentierte die ÖVP nun ihr modifiziertes Logo. Aus der "neuen Volkspartei" wird nun wieder die "Volkspartei". Dass dieses unter Kurz hinzugefügte Adjektiv nicht für die Ewigkeit gedacht war, ergibt sich zwar aus dem Wortsinn. Andererseits war nach der Übernahme von Karl Nehammer oft davon zu lesen, "die alte ÖVP" habe wieder das Ruder übernommen. Und das war, wenn auch als Zuschreibung von außen, eher nicht nostalgisch-verklärt gemeint.

Das neue Logo der Volkspartei. 
- © apa / ÖVP

Das neue Logo der Volkspartei.

- © apa / ÖVP

Das neue und das alte wird sich in Graz jedenfalls die Hand reichen. Kurz hat seine Teilnahme am Parteitag bereits bestätigt, auch andere vergangene Parteiobleute wurden eingeladen, darunter auch Reinhold Mitterlehner. Ob dieser allerdings kommen wird, wenn auch Kurz dabei ist, erscheint fraglich. In seinem Buch ("Haltung") hatte Mitterlehner auch stets von der NVP geschrieben, der neuen Volkspartei. "Ich wollte damit unterstreichen, dass ich mich der ÖVP im ursprünglichen Sinne zugehörig fühle", sagte er in einem Interview mit der "Wiener Zeitung". (sir)