Mitte September soll in Wels ein "Burschentag" stattfinden. Der Welser FPÖ-Bürgermeister Andreas Rabl will dieses Treffen der deutschnationalen Mittelschülerverbindungen des Österreichischen Pennälerrings (ÖPR) subventionieren. FPÖ und ÖVP stimmten im Stadtsenat für die Subvention, SPÖ und Grüne dagegen.

Die Welser Initiative gegen Faschismus forderte eine Absage des Treffens. Auch das Mauthausen-Komitee (MKÖ) und das Netzwerk gegen Rassismus üben scharfe Kritik und forderten Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und die "demokratischen Parteien Oberösterreichs" auf, für die Absage der Veranstaltung zu sorgen. Denn "nicht nur einzelne ÖPR-Verbindungen" würden regelmäßig durch rechtsextreme und antisemitische Inhalte auffallen.

Oberösterreich habe ein "massives Rechtsextremismusproblem"

"Die Fakten zum Pennälerring müssen alle demokratischen Kräfte alarmieren. Der Burschentag ist eine Verhöhnung der NS-Opfer", sagt Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). Landeshauptmann Stelzer solle "klare Worte" zur Veranstaltung finden und Welser nicht gewähren lassen, "denn Oberösterreich hat ein massives Rechtsextremismusproblem", sagt Mernyi. 

Für Robert Eiter, Sprecher des Oberösterreichischen Netzwerks gegen Rassismus ist es "unerträglich", dass ausgerechnet Oberösterreich als Bundesland, in dem sich die KZ-Gedenkstätte Mauthausen befindet, besonders viele rechtsextreme Straftaten verzeichnet. "Zuletzt ist die ohnehin hohe Zahl rechtsextremer Straftaten auch bundesweit stark gestiegen, aber Oberösterreich führt die traurige Statistik seit Jahren an", schrieb Eiter in der gemeinsamen Aussendung. (red.)