Mit dem Ende der Corona-Quarantäne wird auch die Kontaktnachverfolgung eingestellt. Da es ab August für Kontaktpersonen positiv Getesteter keine Verkehrsbeschränkungen mehr gibt, ist auch ein Kontaktpersonenmanagement nicht mehr nötig, hieß es aus dem Gesundheitsministerium am Donnerstag. Damit wird auch die Kostenrefundierung des Bundes an die Länder für die Kontaktnachverfolgung eingestellt. 

Wien, Burgenland, Kärnten, Niederösterreich und Tirol hatten zuvor erklärt, auf eine Vorgabe des Bundes zu warten - seien doch die Erlässe, die die Kontaktnachverfolgung vorsehen, noch in Kraft. Im Gesundheitsministerium ist die Entscheidung für die Einstellung bereits gefallen, sie werde den Ländern in der gebotenen Form mitgeteilt.

Im Büro von Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) wurde auf den neuen Variantenmanagementplan verwiesen. Der sieht für die aktuellen Virusvarianten kein Kontaktpersonenmanagement vor. Käme man wieder in eine höhere Stufe mit der Absonderung Infizierter, müsste man die Kontaktnachverfolgung wieder aufnehmen, wurde erläutert.

Länder warten auf Erlass

Über die Einstellung hatte es am Donnerstag etwas Verwirrung gegeben. Das Büro des Wiener Stadtrats Peter Hacker (SPÖ) berichtete von einer Aussage des Ministers Rauch in der Landesgesundheitsreferenten-Runde am Dienstag, wonach die Kontaktnachverfolgung grundsätzlich weitergeführt werden solle. Einen Erlass aus dem Ministerium gebe es noch nicht. Darauf warteten nicht nur die SPÖ-geführten Länder Wien, Burgenland und Kärnten, sondern auch die ÖVP-geführten Länder Niederösterreich und Tirol. 

Salzburg, Steiermark und Vorarlberg gaben hingegen bereits die Einstellung bekannt. Salzburg hatte schon am Mittwoch mitgeteilt, dass mit dem Quarantäne-Ende auch die Kontaktnachverfolgung beendet wird. Aus Sicht der Steiermark war die Sache ebenfalls klar: Die Maßnahme wird eingestellt, die Rechtsgrundlage sei weggefallen, sagte Corona-Koordinator Helmut-Theobald Müller. Die Mitarbeiter aus den Landesabteilungen, die mit der Kontaktnachverfolgung beschäftigt waren, würden wieder an ihren angestammten Arbeitsplatz zurückkehren. Die Bundesheersoldaten, die hier ebenfalls eingesetzt waren, seien schon vor einiger Zeit aus dieser Tätigkeit ausgeschieden. 

Auch in Vorarlberg stand am Donnerstag fest, dass die Kontaktnachverfolgung per 1. August endet. Ab August würden lediglich noch die Erkrankten-Daten erhoben. Das bisher benötigte Personal erhalte ein neues Aufgabengebiet und werde vor allem im Entschädigungsteam arbeiten, hieß es vonseiten der Landespressestelle. (apa)