Starker Regen und Gewitter haben Donnerstagabend in Tirol erneut zu Straßensperren und Murenabgängen geführt. Die Pass-Thurn-Straße (B161) zwischen Salzburg und Tirol sowie die Gerlosstraße (B165) mussten vorübergehend gesperrt werden. Zudem kam es in Wattens (Bezirk Innsbruck-Land) zu einem Felssturz - mehrere große Felsbrocken fielen laut Polizei auf die Landesstraße im Wattental. Eine Umleitung wurde eingerichtet. Es wurde niemand verletzt.

Auch in der Kelchsau (Bezirk Kitzbühel) ereignete sich laut Medienberichten ein Murenabgang, wobei die Verbindung zu einer Alm abgeschnitten worden war. In Serfaus (Bezirk Landeck) sorgte ein Blitzschlag für einen kleinen Waldbrand, aufgrund des "unwegsamen Geländes" und der Dunkelheit hatten es die 56 Feuerwehrleute laut Polizei mit einem schwierigen Einsatz zu tun.

Straßensperren wegen Vermurung

Die B161 war bei Jochberg (Bezirk Kitzbühel) gesperrt worden, weil es eine Vermurung und Überflutung gab. Auch auf Salzburger Seite war die Straße wegen Murenabgängen und Überflutung nicht passierbar. Grund für die vorübergehende Sperre der B165 war eine Überschwemmung in der Ortsdurchfahrt Neukirchen am Großvenediger (Pinzgau) gewesen.

Erst am Freitag und Montag gingen teils heftige und folgenschwere Unwetter im Bundesland nieder. Ein Pfarrer wurde am Freitag im Stubaital von den Fluten mitgerissen und konnte bisher nicht gefunden werden. Lediglich sein Auto und persönliche Gegenstände wurden entdeckt. Am Sonntag soll die Suche nach dem Geistlichen durch die Wasserrettung fortgesetzt werden.

Beschädigte Häuser im Oberpinzgau

Auch Salzburg hat mit den Folgen heftiger Unwetter zu kämpfen. Im Oberpinzgau haben Gewitter mit Starkregen am Donnerstagabend für Murenabgänge und Überflutungen gesorgt. Mehrere Häuser wurden beschädigt. "Personen kamen nicht zu Schaden", sagte Bezirksfeuerwehrkommandant Klaus Portenkirchner zur APA. Am Freitag in der Früh waren seinen Schilderungen zufolge noch acht Objekte in Hollersbach von der Außenwelt abgeschnitten. Die Einsatzkräfte hatten aber telefonischen Kontakt zu den Bewohnern.

Von dem Unwetter stark betroffen waren neben Hollersbach auch die Gemeinden Mittersill, Bramberg, Neukirchen am Großvenediger, Wald und Krimml. Wegen der hohen Niederschlagsmengen traten innerhalb kürzester Zeit mehrere kleine Bäche über die Ufer. "Einige Wohnhäuser und Straßenabschnitte wurden durch Schlamm, Gestein und Gehölz vermurt", hieß es im Polizeibericht. Auch Keller wurden überflutet.

Vier Katastrophenzüge im Einsatz

Die größten Schäden sind im Ortsteil Grubing in Hollersbach entstanden, dort ist eine große Mure abgegangen. "Gestern Abend waren noch 15 landwirtschaftliche Gebäude nicht erreichbar", erklärte der Bezirksfeuerwehrkommandant. Mit Baggern sei bereits begonnen worden, das Geröll von den Straßen zu entfernen.

Die Feuerwehr löste am Freitag in der Früh Bezirksalarm aus. "Vier Katastrophenzüge vom Pinzgau sind im Einsatz", sagte Portenkirchner. Rund 500 Feuerwehrleute aus dem ganzen Bezirk werden sich an den Aufräumarbeiten beteiligen. Am Donnerstagabend mussten wegen der Murenabgänge und Überflutungen die Pass-Thurn-Straße (B161) zwischen Salzburg und Tirol sowie die Gerlosstraße (B165) vorübergehend gesperrt werden.

Millstätter Straße ab Dienstag wieder befahrbar

Die Millstätter Straße (B98) durch das Gegendtal in Kärnten (Bezirke Villach-Land, Spittal/Drau) soll nach einer Unwetter-Katastrophe vor einem Monat ab Dienstag wieder durchgängig für den Zivilverkehr offen sein. Das teilte das Büro von Straßenbaureferent Martin Gruber (ÖVP) mit. An zwei Stellen bleibt die Straße nur einspurig befahrbar, hier werden Ampeln den Verkehr wechselseitig anhalten. Weiterhin gesperrt bzw. nicht vorhanden ist die Teuchen Straße (L46) nach Arriach. (apa)