Der Politikwissenschafter und Jurist Wolfgang Mantl ist tot. "Mit Professor Wolfgang Mantl hat , würdigte Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Verstorbenen am Samstag in einer Aussendung. Österreich verliere "eine herausragende Persönlichkeit", erklärte auch Kanzler Karl Nehammer (ÖVP), Mantl habe als Wissenschafter und Universitätsprofessor "in den unterschiedlichsten Bereichen seine Spuren hinterlassen".

Mantl habe in vielen unterschiedlichen Funktionen die heimische juristische Landschaft geprägt, betonte Van der Bellen. "Als Universitätslehrer gab er sein profundes Wissen an kommende Generationen weiter. Unser Land wird diesem außergewöhnlichen Wissenschaftler und Menschen ein ehrendes Andenken bewahren."

Der steirische Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) bezeichnete Mantl als "einen Doyen der Verfassungs- und Politikwissenschaft", den die Steiermark nun verloren habe. Als Früchte der Tätigkeit Mantls nannte Drexler u. a. die Reform der Landesverfassung oder die Einrichtung des ersten weisungsungebundenen Landesrechnungshofs Österreichs 1982. Erst im April hatte der 83-Jährige den Ehrenring des Landes und damit die höchste Auszeichnung der Steiermark verliehen bekommen.

Der in Wien geborene Wolfgang Mantl war 1965 dem Ruf an die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz gefolgt. 1979 wurde er Ordinarius für Politikwissenschaft und Verfassungsrecht, bis zu seiner Emeritierung 2007 war er Leiter der Abteilung für Politikwissenschaft sowie Allgemeine Staats- und Verfassungslehre. Mantl war Gründungsvorsitzender des Österreichischen Wissenschaftsrats, Mitglied der Akademie der Wissenschaften und des Kuratoriums des Europäischen Forums Alpbach. Neben Lehre und Forschung und einer umfassenden Publikationstätigkeit diente Mantl jahrzehntelang als Berater, Ideengeber und intellektueller Vordenker für die politische Landschaft der Steiermark. (apa)