Knapp zwei Monate vor der Tiroler Landtagswahl am 25. September rückte am Mittwoch SPÖ-Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner zur Unterstützung des Tiroler SPÖ-Spitzenkandidaten Georg Dornauer in Innsbruck an. Im Rahmen ihrer Bundesländer-Tour knöpfte sich Rendi-Wagner, die zuletzt wegen des Endes der Corona-Quarantäne ab 1. August den Rücktritt der gesamten Bundesregierung gefordert hatte, ÖVP und Grüne vor: "Ich glaube nicht, dass es Aufgabe der Regierung ist, zu erklären, was alles nicht geht." Tirols SPÖ-Chef wetterte über den "Stillstand" der schwarz-grünen Koalition auf Landesebene. Die SPÖ möchte selbst in Tirol in die Landesregierung. Rendi-Wagner unterstützt das mit Nachdruck.

Rendi-Wagner bekräftigte in Innsbruck die Forderung nach einem sozial gestaffelten Strompreisdeckel. Was die Spritpreise betrifft, prangerte sie an, dass die Ölkonzerne in Österreich bei den Spritpreisen nochmals 20 Cent dazu verlangen würden. Es wäre Aufgabe von Wirtschaftsminister Martin Kocher, mit einer Spritpreiskontrolle dagegen aktiv zu werden: "Das kann nicht sein, dass ein Minister einfach ein Gesetz ignoriert." Auch bei den Lebensmittelpreisen bekräftigte sie die bereits monatelange Forderung nach einem Aussetzen der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel.

Roter Druck für eine rasche Energiewende

Die Tiroler SPÖ hat einen energiepolitischen Schwerpunkt im Wahlprogramm für den 25. September festgelegt. So brauche das Land Tirol dringend eine Photovoltaik-Initiative, verlangte Dornauer. Denn seit drei Jahren sei nach einer Studie, die der jetzige ÖVP-Spitzenkandidat Anton Mattle präsentiert habe, nichts geschehen. Er warf der ÖVP "Stillstand" vor. Auch Ausbau und Investitionen in die Wasserkraft müssten erfolgen. Der Stillstand ist zugleich der Hauptkritikpunkt der Tiroler SPÖ im Landtagswahlkampf an der seit 2013 bestehenden schwarz-grünen Koalition auf Landesebene.

SPÖ-Landeschef Dornauer sagte - flankiert von Rendi-Wagner -, entscheidend sei die Energiewende im kommenden Jahrzehnt. Er besuche daher mit der SPÖ-Chefin Betriebe, die etwa mit Pellets-Heizungen im Ökosektor tätig sind, aber auch Kraftwerke wie jene im Sellrain, die erst nach "viel Druck" umgesetzt worden seien.