An den Grenzübergängen zur Slowakei sind am Donnerstag die am Vortag vom Innenministerium angekündigten Kontrollen aufgrund des vermehrten Schlepperaufkommens angelaufen. Die Polizei hat 200 Beamte aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland im Einsatz. Bei einem Lokalaugenschein der APA in der Früh und am frühen Vormittag in Berg (Bezirk Bruck a.d. Leitha) und Kittsee (Bezirk Neusiedl am See) waren allfällige Wartezeiten bei der Einreise kurz.

Kontrolliert werde jedes Auto, sagte Raimund Schwaigerlehner von der Landespolizeidirektion Niederösterreich. Der Fokus liege auf typischen Schlepperfahrzeugen, zu denen etwa Kastenwagen und Wohnmobile zählten. Autobusse würden ebenfalls in Augenschein genommen. Speziell ausgebildete Beamte hätten "einen Blick" für verdächtige Kfz, sagte der Sprecher in Berg.

Der Pendlerverkehr sollte durch die Kontrollen so wenig wie möglich beeinträchtigt werden, betonte Schwaigerlehner. Das war beim APA-Lokalaugenschein auch der Fall. Einige wenige Minuten Wartezeit waren das Maximum. Kontrollen werden dem Sprecher zufolge auch an Radfahrer- und Fußgängergrenzübergängen sowie auf der Donau durchgeführt.

Um Mitternacht sind wieder Grenzkontrollen eingeführt worden, dies war auch schon während der Corona-Pandemie immer wieder der Fall. 
- © apa / Harald Schneider

Um Mitternacht sind wieder Grenzkontrollen eingeführt worden, dies war auch schon während der Corona-Pandemie immer wieder der Fall.

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Grenzkontrollen auch zwischen Tschechien und der Slowakei

Auch Tschechien hat in der Nacht auf Donnerstag wie angekündigt polizeiliche Kontrollen an der Grenze zur Slowakei aufgenommen. Die Prager Regierung beschloss die Maßnahme wegen stark angestiegener illegaler Migration, vor allem aus Syrien. Aufgrund der von Prag angekündigten Maßnahme startete Österreich zur gleichen Zeit seinerseits mit Kontrollen an der slowakischen Grenze, um ein Ausweichen der Schlepper zu verhindern.

Schon in den ersten Stunden zeigten die Grenzkontrollen eine Wirkung. Seit Mitternacht bis 8.00 Uhr wurden an der gesamten tschechisch-slowakischen Grenze 120 Migranten und sieben Schlepper festgenommen, bestätigte der Chef der tschechischen Fremdenpolizei, Milan Majer, im Tschechischen Rundfunk.

Tschechien führte die Kontrollen an 17 Straßen-, sieben Eisenbahn- und drei Flussübergängen zur Slowakei ein. Auch die sogenannte "grüne Grenze" werde überwacht. Insgesamt 500 Polizisten und 60 Zollbeamten seien eingesetzt worden, verlautete aus dem tschechischen Innenministerium.

Slowakei beklagt "falschen Schritt"

Laut dem Sprecher der Polizei des Südmährischen Kreises, Petr Vala, sollten sich keine Staus an den Übergängen bilden. Man kontrolliere nicht jedes Auto, nur jene, in denen die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass darin mehrere Menschen versteckt sein könnten.

Die Kontrollen sollten laut dem tschechischen Innenminister Vit Rakusan "in der ersten Phase" bis 8. Oktober dauern. "Es handelt sich um keinen gewaltigen Schritt der Tschechischen Republik gegenüber der Slowakei. Das Ziel ist es, den Schlepperbanden klarzumachen, dass es hier ein Hindernis gibt", so Rakusan.

Der slowakische Regierungschef Eduard Heger beklagte die tschechischen Grenzkontrollen als "falschen Schritt, der gegen die Interessen des Schengen-Raums gerichtet ist" und übte Kritik an der ohne Vorwarnung verkündeten Entscheidung Tschechiens. "So macht man das nicht. Man muss das durch Kommunikation, nicht mit Überraschungen lösen", kritisierte Heger. (apa)