Erstmals seit zwölf Jahren wird der größte Fördertopf im heimischen Sport erhöht. Dafür fällt die Steigerung aber gleich üppig aus, denn aus den bisher 80 Millionen Euro werden nun 120 Millionen Euro pro Jahr. Es geht dabei um den Topf der Besonderen Sportförderung, der für den organisierten Sport in Österreich eine wesentliche Lebensader ist. Das sind die 60 Fachverbände, vom Baseball- bis zum Volleyballverband, die drei Dachverbände Askö, Asvö und Sportunion sowie das Olympische und Paralympische Comité.

Die Mittel für die Besonderen Sportförderungen stammen aus den Steuerleistungen der Österreichischen Lotterien. Im Glücksspielgesetz wurde 2010 auch festgeschrieben, dass der Fördertopf wächst, wenn sich die glücksspielrechtlichen Abgaben erhöhen. Die damals verankerten 80 Millionen Euro stellen also das Minimum dar, wobei im Vorjahr insgesamt 82,04 Millionen Euro über diese Förderschiene in den Sport flossen. Das bedeutet doch deutlich weniger Kaufkraft im Vergleich zu 2010.

Das ist auch der Grund, weshalb sich der organisierte Sport seit längerem schon mit zunehmender Deutlichkeit für eine Erhöhung eingesetzt hatte. Auch wenn Details zur technischen Umsetzung noch geklärt werden müssen - so wird etwa das Glücksspielgesetz geändert werden müssen - wurde die Erhöhung um 50 Prozent auf 120 Millionen Euro zwischen dem für Sport zuständigen Vizekanzler Werner Kogler (Grünen) und Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) am Donnerstag fixiert.

Hohe Energiekosten bereiten auch dem Sport Sorgen

Laut Kogler habe sich der organisierte Sport diese Erhöhung verdient, "weil er Großartiges leistet" und die "Aufgaben in den vergangenen Jahren stetig mehr geworden" seien. Brunner, der vor seiner Funktion als Finanzminister auch Präsident des Österreichischen Tennisverbandes war, verwies auch auf die aktuell hohen Energiekosten, die eine Herausforderung für den Breitensport seien. Auch die Profiverbände würden die Teuerung spüren. "Wir wollen das ehrenamtliche Vereinswesen und unsere Sportlerinnen und Sportler gut durch die Krise tragen", so Brunner.

Die Bundes-Sportorganisation Sport Austria bedankte sich als Interessenvertretung des gesamtösterreichischen Sports und im Namen von 1,8 Millionen Vereinsmitgliedern, 15.000 Sportvereinen und deren Vertreter in einer Aussendung "herzlich" bei der Bundesregierung.

"Sport Austria hat dafür über viele Monate mit den zuständigen Ministerien konstruktive Gespräche geführt, fundierte Daten und Fakten als Grundlage für den Entscheidungsprozess übermittelt. Diese deutliche Erhöhung federt einerseits den Inflationsverlust der letzten elf Jahre ab und bietet anderseits dem Sport die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln."

Geht die Inflation aber in diesem Ausmaß weiter, ist selbst die üppige Erhöhung bald weg - zumindest an 2010 gemessen. Denn die damals beschlossenen 80 Millionen Euro entsprechen nach heutiger Kaufkraft etwa 108 Millionen Euro. Noch lässt sich also von einer echten Erhöhung sprechen, doch die Inflation schreitet schnell voran. (sir/apa)